Digitalisierung ist längst kein leeres Schlagwort mehr. Internet, Kartenzahlung und Onlinekäufe, all das erleichtert unser Leben. In diesem Zusammenhang sprechen Datenschützer immer wieder vom gläsernen Mensch. Immerhin werden sowohl bewusst als auch unbewusst viele persönliche Daten preisgegeben.

Doch wie sieht es eigentlich in der Tierwelt aus? Gibt es gläserne Tiere? Es gibt viele verschiedene Tiere, die durchsichtig sind. So zum Beispiel der Glasfrosch, der Glasflügelfalter, die Springspinne oder der Schlangenzahnfisch. Beliebt bei Aquarienbesitzern ist ein ganz besonderer durchsichtiger Fisch, der Glaswels.

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Glasfrösche bei der Paarung

Gläserne Tiere haben zwei Vorteile: Die Durchsichtigkeit ermöglicht es ihnen, sich an ihre Beute ungesehen anzuschleichen und gleichzeitig sind sie geschützt, weil die Fressfeinde die Tiere nicht sehen.

Aussehen und Eigenschaften

Ein indischer Glaswels ist ein ungewöhnlicher Fisch im Aquarium. Wie sein Name schon verrät, ist der einzigartige Unterwasserbewohner transparent und einige innere Organe und sein Skelett sind zu sehen. Seine Haut wirkt leicht fluoreszierend.

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Er ist außerdem einer der wenigen Welse, der nicht überwiegend am Boden lebt, sondern sich hauptsächlich in der mittleren Wasserzone aufhält.

Den Aquarianern ist es genauso egal wie den Fischen selbst, aber Ordnung muss sein: Der indische Glaswels, Kryptopterus vitreolus ist auch heute noch unter der alten Bezeichnung Kryptopterus bicirrhis bekannt.

Viel interessanter und wichtiger ist, dass Glaswelse immer in Schwärmen gehalten werden sollten. Allein gehalten werden sie einsiedlerisch und fressen nicht mehr.

Im Vergleich zu anderen Schwarmfischen muss die Gruppe an Fischen etwas größer sein. Optimal ist ein Schwarm ab zehn Tieren. In den meisten Aquarien werden fünfzehn bis zwanzig Fische gepflegt.

Glaswelse haben einen eher komprimierten als gedrückten Körper. Während des Schlafens treibt der Fisch in einem leichten Winkel, der Kopf ist der höchste Punkt. Beim Schwimmen ist der Körper jedoch horizontal.

Wie alle Welse hat auch der Kryptopterus vitreolus Barteln und keine Schuppen, dafür aber kräftige Brust- sowie Rückenflossenstacheln. In ihrer ursprünglichen Heimat leben Welse in turbulenten Gewässern. Die Schuppen würden sich leicht ablösen, wenn der Wels gegen Steine oder Wurzeln stößt. Die Folge wäre eine Infektion, die möglicherweise zum Tod des Fisches führen würde.

Aquarium

In jedem Aquarium spielen die Bewohner die Hauptrolle und es ist wichtig, dass die Fischbeobachtungsstation in den eigenen vier Wänden auf die Größe sowie die Bedürfnisse der Fische angepasst ist.

Richtig komplett ist das Aquarium nur dann, wenn Steine, Bodengrund, Pflanzen und Bewohner ein harmonisches Ensemble ergeben und perfekt aufeinander abgestimmt sind. Aquarianer brauchen bei der Gestaltung des Beckens etwas Fingerspitzengefühl, vor allem dann, wenn ein indischer Glaswels einzieht.

Grundsätzlich ist der Fisch robust und pflegeleicht, dennoch fordert dieser einzigartige Fisch seinen Halter ganz schön heraus. Er ist kein typischer Anfängerfisch, etwas Erfahrung sollte vorhanden sein.

Ein Indischer Glaswels benötigt ein Aquarium mit einem Fassungsvermögen von mindestens 150 Liter. Besser wäre ein Becken mit 200 Liter Fassungsvermögen.

Indischer Glaswelsschwarm im Aquairum

Irgendwie kann man das Aquarium mit der eigenen Wohnung vergleichen. Möbeln, Teppiche, Tapeten, Bilder und Accessoires, die Möglichkeiten den Wohnraum zu gestalten, sind fast unüberschaubar groß.

Genauso ist es bei der Innendekoration des Beckens. Aquarianer sind nicht nur Tierliebhaber, sondern auch kreative Innendekorateure, die mit viel Fachwissen und Liebe das Aquarium gestalten. Bei einigen Fischarten ist das auch problemlos möglich, der indische Glaswels hingegen würde schon gerne ein Wörtchen mitreden.

Er ist ein begeisterter Schwimmer und benötigt eine größere Freifläche. Gleichzeitig liebt er eine dichte Bepflanzung. Schöner Wohnen interessiert den Fisch nicht, trotzdem hat er gerne Steine, Wurzeln, Röhren und Höhlen im Aquarium, auf denen er sich tagsüber gerne ausruht. Bei der Fütterung schießt er blitzschnell aus seinem Versteck heraus. Das ist immer wieder ein ganz besonderes Schauspiel.

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Welshöhle mit Rundeneingang

Ein paar Ansprüche stellen die Fische an die Beleuchtung. Im Aquarium sollte es nicht zu dunkel, aber auch nicht zu hell sein. Und ganz wichtig: Eine Strömung muss vorhanden sein und das Wasser sollte nicht zu alkalisch sein.

So kompliziert wie die Aquariengestaltung vielleicht klingt, ist sie jedoch gar nicht. Ein dunkler Bodengrund, eine Wasseroberflächenabdeckung mit Schwimmpflanzen wie der Phyllanthus fluitans sowie eine gedämpfte Beleuchtung und schon ist die Helligkeit genau richtig für die attraktiven Aquarienbewohner.

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Quarzsand als Bodengrund

Reiner Quarzsand eignet sich als Bodengrund am besten. Er beginnt nicht so schnell zu faulen und belastet dadurch nicht die Wasserqualität.

Wasserwerte

Glaswelse sind anpassungsfähige Fische. Am wohlsten fühlen sie sich bei einer Temperatur von 24 bis 28 Grad Celsius, einem pH-Wert von 5 bis 7,5, einer Gesamthärte von 5 bis 19°dH und einer Karbonathärte von 6 bis 15°.

Fortpflanzung

Es klingt zwar nicht sehr charmant, entspricht aber der Wahrheit. Weibliche indische Glaswelse sind fülliger als männliche Fische.

Über eine erfolgreiche Nachzucht im Aquarium ist nichts bekannt. Gelegentlich kommt es zu einer Spontanvermehrung.
Der Glaswels ist ein Haftlaicher, der in seiner natürlichen Umgebung seinen Laich an feinfiedrigen Pflanzen ablegt.

Ernährung und Futter

Der dämmerungsaktive Glaswels ist ein kleiner Feinschmecker. Er liebt Lebend- und Frostfutter. Gerne frisst er Insekten, wie zum Beispiel Mückenlarven und Wasserflöhe. Im Gesellschaftsbecken stehen kleine Fische und Wirbellose ganz oben auf der Speisekarte.

Flockenfutter aufpeppen

Flockenfutter wird nur selten akzeptiert und wenn, muss es mit Daphnia oder Mückenlarven angereichert werden.

Vergesellschaftung

Am besten kommen die Glaswelse im Artenbecken zur Geltung. Die faszinierenden Fische fühlen sich aber auch im Gesellschaftsbecken wohl, vorausgesetzt sie werden mit friedlichen und ruhigen Fischen gemeinsam gehalten.

Der Glaswels ist nicht besonders krankheitsanfällig, aber er ist stressanfällig. Hektisch schwimmende Mitbewohner sorgen schnell für stressige Situationen und führen manchmal sogar zum Tod des phänomenalen Unterwasserbewohners. Eine harmonische Wohngemeinschaft ist mit ruhigen Fischen und Garnelen möglich.

Ein ehrliches Wort zur Vergesellschaftung:

In fast allen Foren wird eine gemeinsame Haltung mit Guppys positiv bewertet. Es muss aber schon ehrlich gesagt werden, dass männliche Guppys kleiner als die Weibchen sind. Im Aquarium erreichen die Männchen oft nur eine Körpergröße von drei bis dreieinhalb Zentimetern, während die Weibchen ungefähr vier bis fünf Zentimeter groß werden.
Alle Mitbewohner, die kleiner als vier Zentimeter sind, bereichern den Speiseplan des indischen Glaswelses. Deshalb ist es wichtig, dass nur Fische und Garnelen im Gesellschaftsbecken leben, die mindestens vier Zentimeter groß sind.

Der indische Glaswels sieht und riecht schlecht. Er nimmt die Nahrung erst wahr, wenn diese an seine Barteln streift. Bei einer Vergesellschaftung mit Skalaren bekommt der Glaswels oft zu wenig Futter, denn Skalare werden nicht umsonst als die Staubsauger im Aquarium bezeichnet. Sie fressen alles und vor allem ununterbrochen. Damit der Glaswels nicht ununterbrochen an Futtermangel leidet, sollte auf die gemeinsame Haltung verzichtet werden.

Indischen Glaswels online kaufen

Der spezielle Fisch ist in vielen Fachgeschäften nicht oder nur schwer erhältlich. Gelegentlich ist er auf Aquaristikmessen vertreten. Deshalb empfiehlt sich der Onlinekauf. Fachgerecht verpackt erreichen die Glaswelse ihr neues Zuhause und sorgen für ein optisches Highlight im Aquarium.

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Tipps vom erfahrenen Halter

Die Wasserqualität ist der Schlüssel zur Lebensfähigkeit indischer Glaswelse. Das Wasser im Aquarium sollte immer sauber und sauerstoffreich sein. Regelmäßige Wasserkontrollen und wöchentliche Teilwasserwechsel sind für die Haltung der Glaswelse unbedingt erforderlich.

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Häufige Fragen

Wie alt wird ein indischer Glaswels?

Im Aquarium lebt ein Glaswels acht bis zehn Jahre.

Stimmt es, dass ein indischer Glaswels 15 Zentimeter groß wird?

Im Durchschnitt erreichen die Fische eine Größe von 6,5 bis 7,5 Zentimetern. Es wird von Aquarianern immer wieder berichtet, dass sie Glaswelse mit einer Größe von 12 bis 15 Zentimeter im Becken pflegen. Es ist möglich, kommt jedoch eher selten vor.

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