Eine Fernbedienung ist schon eine tolle Erfindung. Auf Knopfdruck beginnen sich die Bilder zu bewegen. Spielfilme oder Dokumentationen, bequem vom Sofa aus, holen wir uns die Welt nach Hause. Ähnlich verhält es sich mit Schwarmfischen im Aquarium. Wenn die Schwarmfische zum Flossentanz laden, verwandeln sie jedes Becken in eine bunte Bühne.

Wer lebt schon gerne alleine?

Irgendwie sind die Fische uns Menschen sehr ähnlich. Während sich einige von uns nur in Gesellschaft wohlfühlen, bevorzugen einige Mitmenschen eher das Alleinsein. Oft als Einzelgänger bezeichnet, können sie auf Gesellschaft durchaus verzichten.

Die optimale Aquariumbeleuchtung
Schwarmfische im Aquarium

Und auch bei unseren beliebten Aquarienbewohnern gibt es attraktive Tiere, die sich nur im Schwarm wohlfühlen, während andere nur zu zweit gehalten werden sollten. Schwarmfische brauchen unbedingt die Gesellschaft von Artgenossen. Nur dann bleiben die Tiere gesund und zeigen ihr arttypisches Verhalten.

Bekannte und beliebte Schwarmfische im Aquarium:

  • Barben
  • Bärblinge
  • Zahnkärpflinge

Gruppengröße Schwarmfische

Schwarmfische müssen immer in Gruppen von<strong> mindestens sechs bis zehn Tieren</strong> im Aquarium gehalten werden.

Faszinierendes Tierreich

Aquarienfische können ihre Besitzer nicht nur aufgrund der Haltungsbedingungen und der Wasserparameter ganz schön fordern, auch bei der Zuordnung und Einteilung sorgen manche Wasserbewohner für Verwirrung.

Ein typisches Beispiel ist der indische Glaswels. Wie Aquarianer wissen, sind Welse Bodenbewohner. Aber das wäre doch zu einfach, oder? Also macht der indische Glaswels eine Ausnahme und bevorzugt die mittlere Ebene im Aquarium.

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Gruppe indischer Glaswelse im Aquarium

Was jedoch nicht bedeutet, dass der liebenswerte Fisch nicht auch gelegentlich am Boden anzutreffen ist. Immerhin gehört er zur Familie der Welse und diese lieben es, im Substrat zu graben.

Und auch bezüglich des Schwarmverhaltens tanzt, Pardon schwimmt, der Glaswels aus der Reihe. Während sich viele Schwarmfische bereits mit fünf bis zehn Artgenossen begnügen, bevorzugt der indische Glaswels viele Mitbewohner. Erst in der Gruppe von fünfzehn bis zwanzig Artgenossen fühlt er sich wirklich wohl.

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Da für seine Gesundheit und sein Wohlbefinden die Anzahl der Artgenossen wichtiger ist als die Ebene des Aquariums, erscheint es sinnvoll, den indischen Glaswels, obwohl er keine Barbe, Bärbling oder Zahnkärpfling ist, den Schwarmfischen und nicht den Bodenbewohnern zuzuordnen.

Die aufregende Welt der Barben

Barben können zwar in allen Gewässern gefunden werden, sind aber meistens in tropischen sowie subtropischen Lebensräumen anzutreffen. Ideal sind mindestens rund zehn Fische. Je nach Platzangebot können natürlich mehr Barben im Aquarium gepflegt werden.

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Wichtig ist ein sparsam bepflanztes Becken. Die Barben lieben es, in den mittleren und unteren Ebenen zu schwimmen. Die aus Afrika und Asien stammenden Barben sind beliebte Aquarienfische, die mit so manchem Fernsehprogramm mehr als mithalten können. Die temperamentvollen, lebhaften sowie schwimmfreudigen Barben sorgen für Bewegung und Abwechslung im Becken.

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Gerade bei den Barben ist das alte Sprichwort besonders aktuell. Das Gute zuerst: Mit Ausnahme der Sumatrabarbe können alle Vertreter dieser Familie im Gemeinschaftsbecken gepflegt werden, vorausgesetzt es leben Fische im Aquarium, die in etwa gleich groß wie die Barben sind.

Höchstwahrscheinlich gibt es Ausnahmen, aber die Sumatrabarbe gilt doch als etwas aggressiver Unterwasserbewohner, die keinem Streit im Aquarium aus dem Weg geht.

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Abhilfe schafft ein Artaquarium. Im Gemeinschaftsbecken kann Streit verhindert werden, wenn mindestens zehn Exemplare gehalten werden. Dann sind die Schwarmfische mit sich selbst beschäftigt und beachten die anderen Fische nicht.

Besonders wohl im Gemeinschaftsbecken fühlen sich:

  • Eilandbarbe und die
  • Brokatbarbe

Aquarium

Für Bewegung in einem großen Gemeinschaftsaquarium ist nichts imposanter als ein Schwarm Rüsselbarben, Crossocheilus siamensis.

Dürfte sich der Schwarm seine Mitbewohner selbst aussuchen, die Rüsselbarben würden friedliebende Fische, aber keine Muscheln und Garnelen, in die Wohngemeinschaft einziehen lassen.

In einem kleineren Becken bis zu 60 Zentimetern fühlt sich neben den bereits erwähnten Eilandbarbe und Brokatbarbe auch die Bitterlingsbarbe wohl.

Perfekte Mitbewohner für kleinere Barben sind Tetras und Danios.

Für größere Aquarien bis zu einem Meter sind die Lieblinge der Aquarianer die Rhombenbarbe, sowie die Glühkohlenbarbe.

Und wie bereits erwähnt, die bis zu 16 Zentimeter groß werdende Rüsselbarbe braucht ein besonders großes Aquarium. So große Becken lohnen sich, denn diese Barben sind besonders elegant.

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Ernährung und Futter

Barben sind Allesfresser. Doch was würde passieren, wenn die Fische ihr Futter selbst einkaufen könnten? Sie würden nur Grünfutter kaufen. Und es muss auch erwähnt werden, dass Barben gerne an den Wasserpflanzen knabbern.

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Jungtiere brauchen zudem viel Lebendfutter zur Aufzucht.

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Weiße Mückenlarven

Wasserwerte

Barben bevorzugen warmes, weiches, etwas säurehaltiges Wasser.

Fortpflanzung

Männliche und weibliche Barben sind leicht auseinanderzuhalten. Die Männchen sind schlanker und farbenprächtiger als die Weibchen. Keine äußerlichen Unterschiede gibt es bei Barbus schwanenfeldi.

Die Eier werden im Aquarium verstreut. Einige Arten legen ihre Eier in den Pflanzen oder auf Kieselsteinen ab.

Ein Paar löst sich vom Schwarm ab und schwimmt in der mittleren Ebene. Es gibt Wolken von Eier und Milch frei, eine elterliche Fürsorge gibt es nicht. Es kommt sogar vor, dass die Eltern ihre eigenen Eier fressen. Für eine erfolgreiche Zucht sollten die Eltern in ein anderes Aquarium umgesetzt werden.

Bärblinge

Bärblinge sind friedliche Schwarmfische. Die sehr beliebten Aquarienbewohner sind eine Unterfamilie der Karpfenfische und den Barben sehr ähnlich. Heimisch sind Bärblinge in Afrika und in Asien. Mit ihren zwei bis drei, maximal 10 Zentimetern gehören sie zu den kleinen bis mittelgroßen Zierfischen.

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Aus Asien stammender Mosaikfadenfisch

Aquarium

Das Becken sollte groß sein, denn Bärblinge sind begeisterte Schwimmer, die für ihre Leidenschaft viel Platz brauchen. Becken unter 60 Zentimeter sind für diese Schwarmfische nicht geeignet.

Wasserwerte

Bärblinge lieben sauberes, sauerstoffreiches Wasser und hohe Temperaturen. Optimal sind eine Wassertemperatur von 24 bis 28 Grad Celsius und ein pH-Wert von 7.

Ernährung und Futter

Bärblinge sind recht anspruchslose Schwarmfische, die durchaus als Allesfresser bezeichnet werden können. Lebendfutter, wie beispielsweise Mückenlarven, gelten als Delikatesse und sorgen für Abwechslung auf dem Speiseplan.

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Rote Mückenlarven

Bärblinge werden als Algenvertilger sehr geschätzt, fressen aber auch gerne Pflanzen.

Fortpflanzung

Bärblinge, vor allem die Leopardbärblinge und Zebrabärblinge, sind leicht zu züchten. Interessant ist, dass diese beiden Bärblingsarten bevorzugt in den frühen Morgenstunden ablaichen. Sie legen ihre Eier an den Wasserpflanzen ab und diese fallen nach und nach auf den Beckenboden.

Es dauert nur wenige Tage und schon schlüpfen die Jungtiere. Wie bei den Barben müssen die Elterntiere nach dem Ablaichen aus dem Aquarium entfernt werden, weil sie sowohl die Eier als auch den Nachwuchs fressen.

Vergesellschaftung

Bärblinge können mit kleinen, friedliebenden Fischen vergesellschaftet werden. Eine harmonische Wohngesellschaft bilden Bärblinge mit kleinen Buntbarschen sowie Labyrinthfischen.

Empfohlene Mitbewohner für Bärblinge

Teilwasserwechsel

Ein wöchentlicher Teilwasserwechsel ist dringend zu empfehlen. Dabei sollten unbedingt 2/3 der Wassermenge durch frisches Wasser ersetzt werden. Das ist eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen für Barben und Bärblinge.

Zahnkärpflinge

Gibt es überhaupt ein Aquarium, in dem keine Zahnkärpflinge leben? Die einzelnen Familien der eierlegenden und der lebendgebärenden Zahnkarpfen werden von Aquarianern sehr geschätzt.

Guppys sind eierlegende Zahnkarpfen und bestens für Aquaristik-Neulinge geeignet. Lebendgebärende Zahnkarpfen punkten mit ihrer Farbenpracht und sind oft im Artaquarium anzutreffen.

Bekannte Arten der Zahnkärpflinge:

  • Black Molly
  • Guppy
  • Platy
  • Schwertträger
  • Floridakärpfling

Lebendgebärend vs. eierlegend

Die lebendgebärenden Schwarmfische aus der Familie der Zahnkärpflinge kommen nur in Mittel– und Lateinamerika vor, während die eierlegenden Schwarmfische auf allen Kontinenten, mit Ausnahme von Australien, beheimatet sind.

Charakteristisch ist bei den lebendgebärenden Zahnkarpfen die Afterflosse. Sie bildet die Verlängerung des Samenleiters nach außen.

Bei den lebendgebärenden Zahnkärpflingen überträgt das Männchen die Spermien in das Weibchen. Die Spermien sind sehr langlebig und bescheren dem Weibchen auch später Mutterfreuden, obwohl gar kein Männchen da ist.

Das Weibchen trägt die Eier im Leib und dort bleiben sie, bis sie platzen. Erst die fertig entwickelten Jungtiere verlassen den Mutterleib.

Die eierlegenden Schwarmfische, die auch als Killifische bekannt sind, produzieren Laich.

Lebensweise

Die Schwarmfische leben in sozialen Verbänden. Sie sind lebhafte und robuste Fische, die sich für Aquaristikeinsteiger gut eignen.

Ob lebendgebärend oder eierlegend, beide Familien lieben tierische Kost. Als Delikatesse gelten Insekten. Ab und zu fressen die Schwarmfische Wasserpflanzen, Aufwuchs und Algen. Am wohlsten fühlen sie sich bei Temperaturen um die 24 Grad Celsius.

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Häufig gestellte Fragen

Vertragen sich Bärblinge und Garnelen?

Garnelen und Bärblinge sind immer wieder gemeinsam im Becken anzutreffen. Eine gute Idee ist das aber nicht. Die Schwarmfische sind lebhaft und sehr aktiv. Garnelen fühlen sich aber in Gesellschaft mit ruhigen Fischen viel wohler.

mosaikfadenfisch_mit_garnele

Die Garnelen werden sich verstecken und nur mehr zum Fressen sichtbar sein. Gleichzeitig bedeutet es Stress für die Garnelen, wenn immer Fische hektisch herumschwimmen.

Garnelennachwuchs wird es nur selten geben, denn dieser wird von den Bärblingen, auch wenn sie klein sind, gnadenlos gefressen.

Wie alt werden Barben im Aquarium?

In der Natur werden die Schwarmfische meistens nur zwei Jahre alt. Im Aquarium hängt die Lebenserwartung, neben der Pflege und richtigen Fütterung, von der Größe der Fische ab.

Kleinere Barbenarten leben im Becken rund vier Jahre, mittlere Fische werden 6 bis 8 Jahre alt und große Schwarmfische können ein stolzes Alter von zwanzig bis dreißig Jahren erreichen.

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Häufige Fragen:

Welche Schwarmfische sind ruhige Aquarienbewohner?

Mit Fischen verhält es sich genauso wie mit Hunden, Katzen, Meerschweinchen oder anderen Haustieren. Jeder Besitzer möchte, dass die Tiere aktiv und unternehmungslustig sind. Doch ständig in Bewegung, immer auf der Jagd oder Entdeckungsreise, kann manchmal einfach zu viel werden. So auch im Becken.

Es gibt jedoch Schwarmfische, die zwar das typische Schwarmverhalten zeigen und durchaus durch das Aquarium sausen, aber dennoch ruhiger als andere Fische sind. Typische ruhige Schwarmfische sind die Rüsselbarbe und der Trauermantelsalmler.

Welcher Schwarmfisch passt zu Neons?

Eine harmonische Wohngemeinschaft bilden die Neons mit Panzerwelsen und Zitronensalmlern. Ein ruhiges Zusammenleben ist außerdem mit Guppys und Mollys möglich.

Welche Schwarmfische für hartes Wasser?

Mollys, Platys, Kaisersalmler und Guppys vertragen härteres Wasser.

Was sind asiatische Schwarmfische?

Sollen asiatische Schwarmfische das Becken bereichern, kann der Aquarianer aus einer Vielzahl an attraktiven Fischen wählen. Zu den beliebtesten Asiaten zählen: Kardinalfisch Keilfleckbärbling Zebrabärbling Perlhuhnbärbling Glühlichtbärbling Scharlachroter Zwergbuntbarsch

Was sind afrikanische Schwarmfische?

Buntbarsche sind Schwarmfische und in den ostafrikanischen– sowie in den westafrikanischen Seen gibt es viele farbenfrohe Bewohner, die längst unsere heimischen Aquarien erobert haben. Wer ist nicht beispielsweise vom Gestreiften Schneckenbuntbarsch Schlankcichlide Dickfeldi oder Nanderbuntbarsch fasziniert?

Warum schwimmen meine Schwarmfische nicht im Schwarm?

Vielleicht sollte sie Frage lauten, warum schwimmen Fische im Schwarm? Der Grund ist sicher nicht, dass sich die Fische so gerne haben, sondern weil sie in der Gruppe, im Schwarm, einfach stärker und geschützter sind. Fressfeinde können einen Schwarm nicht so leicht angreifen, als einen einzelnen Fisch. Außerdem ist es in der Gruppe leichter, selbst Nahrung zu erbeuten.

Im Aquarium werden nur solche Fischgruppen gemeinsam gepflegt, die sich miteinander vertragen und Nahrung ist regelmäßig, meistens sogar im Überfluss, vorhanden. Das merken die Fische schnell und ein Schwarmverhalten ist nicht mehr erforderlich. Doch bei Nahrungsmangel und drohender Gefahr wird schnell wieder ein Schwarm gebildet.

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