Gibt es Bienen oder Tiger im Aquarium? Natürlich nicht, außer es tummeln sich vielleicht Bienengarnelen im Becken. Das sind zwar auch keine Bienen, sehen den Insekten aber ähnlich. Und es gibt imposante Fische, die einer Biene oder Tiger aufgrund ihrer Farbe ähnlich sind.

Die Prachtschmerle, Botia macracantha, mit den gelb-orangen und den drei schwarzen Streifen gehört genau zu diesen Aquarienbewohnern. Ein ganz besonderer Fisch, nicht nur wegen seiner Farbe. Ein lustiger Geselle, der Abwechslung liebt und, kaum zu glauben, dem schnell langweilig wird.

Aussehen und Eigenschaften

Neben der auffallenden Farbe hat die Prachtschmerle eine weitere Besonderheit. Der Fisch besitzt einen doppelzinkigen Dorn unter dem Auge, den er frei aufstellen oder senken kann. Der Dorn ist scharf und fühlt sich die Prachtschmerle bedroht oder muss sie ihr Territorium verteidigen, verwendet sie den Dorn als Waffe. Mit dem Dorn kann sie andere Fische verletzen.

Das Maul ist von Barteln umgeben, die mit Tastrezeptoren bedeckt sind. Diese Barteln sind eine große Hilfe, wenn die Prachtschmerle auf dem Grund nach Futter sucht.

Prachtschmerlen werden gerne als Alleinunterhalter bezeichnet. Das stimmt nicht, denn sie sind Schwarmfische. Würde es sich um Menschen handeln, würde man sie als lustig, ja sogar als albern bezeichnen. Im Aquarium kann man beobachten, wie die Tiere beispielsweise feinen Kies von einer Seite des Beckens zur anderen transportieren und kleine Hügel errichten. Sie machen das nicht, weil sie sich verstecken oder fortpflanzen, sie machen es einfach als Zeitvertreib.

Prachtschmerlen sind wunderbare Aquarienbewohner, aber sie sind nicht ganz pflegeleicht. Viele Aquarianer scheitern mit diesem Fisch an schlechten Wasserbedingungen und an zu niedrigen Temperaturen. Viele vergessen auch, wie groß die Tiere werden.

Für Neueinsteiger in die faszinierende Welt der Aquaristik eignen sich Prachtschmerlen nicht. Doch wer bereits etwas Erfahrung hat, dem kann dieser interessante Fisch nur empfohlen werden. Etwas Arbeit verursachen die Unterwasserbewohner, aber der Aufwand lohnt sich.

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Aquarium

Wer sich mit der Aquaristik beschäftigt, der stößt unweigerlich auf Wörter wie zum Beispiel Volumen, Kantenlänge, Besatz und dergleichen. Es gibt auch Formeln, mit denen berechnet werden kann, wie viele Fische in einem Aquarium leben können.

All das ist bei der Prachtschmerle nicht erforderlich. Es gilt: Das Becken muss groß sein. In einem Nanoaquarium oder in einem 60 Liter Becken können diese Fische nicht gehalten werden.

Prachtschmerlen stammen aus Südostasien und werden in der Natur bis zu 30 Zentimeter groß. In den heimischen Aquarien bleiben sie etwas kleiner, erreichen aber dennoch eine Größe von 15 bis 20 Zentimetern. Das erklärt, warum das Aquarium ein Volumen von mindestens 300 Liter haben muss.

Je größer das Becken, desto besser. Die Schwarmfische dürfen nie alleine gepflegt werden. Viele Aquarianer entscheiden sich für eine Gruppe von fünf bis sechs Fischen. Besser wäre jedoch, wenn zehn bis zwölf Prachtschmerlen gemeinsam leben könnten.

Optimal als Bodengrund ist Sand. Die Prachtschmerle akzeptiert auch feinen Kies. Was wünschen sich die Tiere sonst noch? Höhlen und Pflanzenwurzeln stehen ganz oben auf der Wunschliste.

Versteckmöglichkeiten

Prachtschmerlen verstecken sich gerne in Höhlen und verteidigen diese. Es ist wichtig, dass immer mehr Höhlen als Fische im Aquarium sind.


An die Wasserpflanzen stellen die Prachtschmerlen keine Ansprüche. Aus ihrer ursprünglichen Heimat sind sie es gewohnt, dass in ihrem Lebensraum nur wenige Pflanzen wachsen. Aquarianer haben freie Wahl bei der Aquarienbepflanzung und die Fische lassen die Pflanzen in Ruhe.

Freifläche

Prachtschmerlen schwimmen gerne. Trotz der vielen Versteckmöglichkeiten muss eine ausreichend große Freifläche vorhanden sein.

Wasserwerte

Prachtschmerlen lieben eine starke Strömung und warmes, sauerstoffreiches Wasser. Optimal sind eine Temperatur zwischen 25 und 28 Grad Celsius, ein pH-Wert von 6,5 bis 7, eine Gesamthärte von 5 bis 19°dH und eine Karbonathärte bis 10°.

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Prachtschmerle im Aquarium

Fortpflanzung

Ob weiblicher oder männlicher Fisch erkennt man an der Schwanzflosse und am Körperumfang. Die Weibchen sind fülliger und die Männchen haben konkave Innenlinien an der Schwanzflosse.

Die Zucht im Aquarium ist schwierig bis unmöglich. Zwar soll es ab und zu eine Zufallszucht geben, aber die zu erwerbenden Fische sind Wildfänge.

Aquarianer berichten immer wieder über ein auffälliges Balzverhalten. Trotzdem kommt es im Aquarium zu keiner Eiablage.

In der Natur legen sie ihre Eier nach einer langen Laichwanderung auf Pflanzen oder auf faserigen Wurzeln ab.

Ernährung und Futter

Der Speiseplan der Prachtschmerle ist vielseitig. In der Natur ernähren sich die Fische hauptsächlich von kleinen Würmern und Insektenlarven.

Im Aquarium können sie mit Flocken, kleinem gefrorenen oder lebendigem Futter und tablettenförmigen Futter ernährt werden. Wenn die Prachtschmerle Hunger hat, stehen sogar Algen auf dem Speiseplan.

Eine besondere Delikatesse sind Futterschnecken. Die werden mit Begeisterung geknackt.

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Ein ehrliches Wort zu den Schnecken

Schnecken polarisieren. Manche Aquarianer lieben sie, andere hassen sie. Schnecken sind nützliche Aquarienbewohner. Sie lockern den Boden und fressen Futterreste sowie abgestorbene Pflanzenteile. Außerdem sind sie attraktive Tiere, wie beispielsweise die Apfelschnecken.

Manchmal werden sie jedoch zur Plage, da sie sich rasant vermehren. Prachtschmerlen nur zur Schneckenbeseitigung zu pflegen, ist nicht art- und tiergerecht. Die Fische stellen Ansprüche an die Wasserqualität und ernähren sich nicht ausschließlich von Schnecken. Zudem benötigen sie, wie bereits erwähnt, ein großes Aquarium und müssen auch ernährt werden, wenn es keine Schnecken mehr im Becken gibt.

Vergesellschaftung

Ein altes Sprichwort sagt: „Allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“. Das trifft auf die Prachtschmerle perfekt zu. Aufgrund ihrer geselligen Natur sollte sie immer mit mehreren Artgenossen gehalten werden. Gleichzeitig kommt es immer wieder vor, dass die Fische untereinander streiten.

Prachtschmerlen greifen auch andere Fische an und ziehen es vor, mit der eigenen Art zu schwärmen. Befinden sich viele Fische im Becken, entstehen unweigerlich Revierkämpfe, vor allem dann, wenn es sich auch um in Bodennähe lebende Tiere handelt.
Mit Krebsen und Garnelen können Prachtschmerlen nicht vergesellschaftet werden. Ein friedliches Miteinander gibt es mit Barben und Fadenfischen.

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Krankheiten und Lebenserwartung

Bei guter Haltung werden Prachtschmerlen 20 bis 22 Jahre alt. Unter Stress neigen sie zur Weißpünktchenkrankheit, Ichtyophtirius multifilis. Die durch Erreger verursachten Punkte breiten sich meist von den Flossen über den gesamten Körper aus. Buchen- und Eichenblätter sowie Erlenzapfen im Aquarium helfen, die Keime zu verringern beziehungsweise abzutöten.

Prachtschmerlen online kaufen

Nicht jeder lokale Fachhändler hat Prachtschmerlen im Sortiment. Unkompliziert ist der Onlineversand. Gut verpackt, meist mit einem Wärmekissen, kommen die Fische an und selbst der Dorn verursacht keine Probleme während des Transportes.

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Expertentipp

Im Gesellschaftsbecken muss darauf geachtet werden, dass alle Fische mit den Bedingungen gut zurechtkommen. Es dürfen nur jene Tiere gemeinsam gehalten werden, die an die Temperatur und den pH-Wert annähernd dieselben Ansprüche stellen. Prachtschmerlen bevorzugen gedämpftes Licht.

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Häufig gestellt Fragen zu Prachtschmerlen

Kann der Dorn nicht nur Fressfeinde, sondern auch Menschen verletzten?

Aquarianer müssen sich vor dem Dorn nicht fürchten. Während für Fische die Verletzung durch den Dorn öfters tödlich endet, ist der Dorn für Menschen vollkommen ungefährlich.

Worauf muss bei der Ernährung geachtet werden?

Prachtschmerlen benötigen energiereiches Futter. Zu Gemüse sagen sie auch nicht nein. Gerne fressen sie Gurken und Karotten.

Warum hört man gelegentlich Klicklaute?

Manchmal sind Klicklaute zu hören. Ganz sicher sind sich die Experten nicht, aber sie glauben, dass die Laute von ruckhaften Bewegungen des Dorns in seiner Verankerung herrühren. Andere Experten sind der Meinung, die Geräusche werden vom Mundwerkzeug beim Knacken von Schnecken oder Futtertabletten verursacht.

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