Der Aquariumfilter

Funktion Aquarium Außenfilter
Aufbau und Funktion eines Außenfilters

Wichtigkeit eines Aquariumfilters

Der Aquariumfilter ist das Herzstück Ihrer Aquarientechnik. Technik, wie die Aquariumbeleuchtung oder die Aquariumheizung, werden ebenso im Aquarium benötigt. Dennoch ist der Betrieb eines Aquariums ohne Filter nicht möglich. Der Aquariumfilter ist nicht nur für klares Wasser im Aquarium verantwortlich. Er sorgt auch dafür, dass Schadstoffe im Wasser, die sich durch Ausscheidungen der Fische, übermäßiges Futter oder abgestorbene Pflanzenteile im Aquariumwasser bilden, abgebaut werden.

In der Natur haben alle Lebensräume für Fische und andere Wasserbewohner immer einen Zulauf, sowie einen Ablauf. Der Zulauf kann durch speisende Bäche oder Regen kommen, der Ablauf durch Versickern, Verdunsten oder durch den Abfluss in einem Bach oder Fluss. Dies gibt es im Aquarium leider nicht. Hier haben wir bis auf den regelmäßigen Wasserwechsel keinerlei Austausch und damit ein geschlossenes System. Um die Schadstoffe zu entfernen benötigen wir daher den Aquariumfilter.

Fische fühlen sich wohl mit dem richtigen Aquariumfilter
Fische fühlen sich wohl mit dem richtigen Aquariumfilter

Die zwei Filterstufen eines Aquariumfilters

Im Wesentlichen lässt sich die Funktionsweise eines Aquariumfilters in zwei Stufen aufteilen:

  • der Vorfilter für die mechanische Filterung
  • die biologische Filterung

Mechanische Filterung

Die erste Stufe ist der Vorfilter. Dieser ist für die mechanische Filterung des Aquarienwassers zuständig. Hier entfernen dünnmaschige Materialien, wie Schaumgummi oder watteähnliche Einlagen die sichtbaren Verschmutzungen aus dem Aquariumwasser. Futterreste, abgestorbene Pflanzenteile und weiterer grober Schmutz werden in dieser Filterstufe aus dem Wasser gefiltert. Den mechanischen Teil des Aquariumfilters sollte man deshalb auch öfters wechseln bzw. reinigen, um die Durchflussmenge im Filter nicht zu schmälern.

Biologische Filterung

Der zweite Teil eines Aquariumfilters ist für die so genannte biologische Filterung des Aquariumwassers zuständig. Hier werden die nicht sichtbaren Schadstoffe im Wasser abgebaut. Diese biologische Filterstufe besteht aus Material, das mit einer großen Oberfläche aufwarten kann. Hier sammeln sich “gute Bakterien” an, die für die Schadstoffentfernung aus dem Wasser zuständig sind. In der biologischen Filterstufe findet auch der Nitritabbau, der in der Fachsprache als Denitrifikation bekannt ist, statt. Wer mehr über die Denitrifikation erfahren möchte findet auf Spektrum eine sehr detaillierte Beschreibung.

Verschiedenen Aquariumfilter Arten

Im Wesentlichen werden Aquariumfilter abhängig von Ihrem Standort in 2 Gruppen unterteilt:

Die Gruppen der Aquariumfilter

  • Außenfilter
  • Innenfilter

Außenfilter

Wie der Name bereits vermuten lässt, werden die Außenfilter außerhalb des Aquariums aufgebaut. Im Aquarium befinden sich lediglich die Ansaugstelle und der Ausströmer. Diese sind durch entsprechende Schläuche mit dem Außenfilter verbunden.

Innenfilter

Im Vergleich hierzu befinden sich die Innenfilter komplett im Aquarium, so dass lediglich das Stromkabel bzw. der Luftschlauch, die den Aquariumfilter betreiben, nach außen verlegt sind. Bei genauerem Betrachten der Innenfilter gibt es neben dem “normalen” Innenfilter noch verschiedenste Filterarten, wie bspw. den Bodenfilter oder den Hamburger Mattenfilter, welche für spezielle Anforderungen gedacht sind.

Welchen Aquariumfilter brauche ich?

Bei der Wahl des richtigen Aquariumfilter ist es wichtig, sich zuerst Gedanken über das Aquarium zu machen. Hierbei sollten folgenden Punkte klar sein:

Grundlagen für die Wahl des Aquariumfilter

  • Größe des Aquariums
  • gewünschte Aquarienbewohner
  • Der Standort des Aquariums

Die Größe des Aquariums

Anhand der Größe des Aquariums entscheidet man oftmals, ob ein Innenfilter oder ein Außenfilter sinnvoller ist. Als Anhaltspunkt wird hierbei ein 100 Liter Aquarium genommen. Bei den kleineren Aquarien ist meistens der Innenfilter und bei den größeren Aquarien der Außenfilter von Vorteil. Der wesentliche Grund hierfür ist, dass mit zunehmender Aquariengröße mehr Filtervolumen notwendig ist. Die Abmaße des Außenfilters beeinflussen den Wohnraum im Aquarium nicht. Somit werden die Außenfilter meist deutlich größer gebaut und verfügen auch über mehr Filtervolumen. Die verschiedensten Filterhersteller haben jedoch auch Geräte außerhalb dieser Empfehlung im Angebot, um sowohl persönlichen Vorlieben wie auch speziellen Anforderung der Aquarienbewohner gerecht zu werden.

Die Aquariengröße als Auswahlkriterium

Aufgrund des notwendigen Filtervolumens werden die Aquariumfilter wie folgt gewählt:

  • Aquarium kleiner 100 Liter ⇒ Innenfilter
  • Aquarium größer 100 Liter ⇒ Außenfilter

Die gewünschten Aquarienbewohner

Neben der Aquariumgröße spielen auch die gewünschten Aquarienbewohner bei der Aquariumfilterwahl eine große Rolle. Hierbei gibt es Aquarienbewohner, wie beispielsweise Barsche oder Skalare, die eine stärkere Strömung im Aquarium benötigen. Bei strömungsliebenden Tierarten empfiehlt sich einen typischen Innen- oder Außenfilter.

Wollt ihr jedoch lieber strömungsärmere Tiere, wie beispielsweise Garnelen in eurem Becken haben? In diesem Fall könnt ihr zwar ebenso einen typischen Innen- oder Außenfilter verwenden. Oft ist hierbei jedoch ein Filtersystem, wie der Bodenfilter oder der Hamburger Mattenfilter von Vorteil. Gerade bei kleinen Aquarienbewohnern, wie Garnelen oder Jungfischen muss man zudem sehr genau auf die Größe der Ansaugöffnungen achten.

Sollten ihr pflegeleichte Aquarienbewohner wie bspw. Guppys,  Neons und Antennenwelse haben, so braucht ihr bei der Wahl des Aquariumfilters keine besondere Rücksicht nehmen.

Die Aquarienbewohner bei der Filterwahl

  • strömungsliebende Aquarienbewohner ⇒ typischer Innen- oder Außenfilter
  • strömungsarme Aquarienbewohner ⇒ oftmals Bodenfilter oder Hamburger Mattenfilter empfehlenswert
  • pflegeleichte Aquarienbewohner ⇒ alle Filterarten verwendbar

Der Standort des Aquariums

Auch den Standort des Aquariums berücksichtigt man bei der Wahl des Außenfilters. Hierbei stellt sich als erstes die einfachste Frage: Habe ich außerhalb des Aquariums Platz für einen Außenfilter? Oftmals wird dieser zwar einfach im entsprechenden Unterschrank untergebracht. Sollte das Aquarium jedoch anderweitig aufgestellt werden kann es hier zu Problemen kommen.

Ein ebenso oftmals nicht beachtetes Thema sind Außenfilter bei öffentlichen Aquarien, wie bspw. im Wartezimmer einer Zahnarztpraxis. Hierbei konnte ich schon live beobachten, wie der Außenfilter des Aquariums frei zugänglich im Unterschrank des Aquariums stand und sich kleine Kinder beim Spielen daran zu schaffen machten. Als Tipp daher: Solltet ihr euer Aquarium öffentlich aufbauen wollen, so sollte der Außenfilter verschließbar sein, ansonsten solltet ihr einen Innenfilter verwenden.

Ein ebenfalls oftmals unbedachtes Thema ist die Lautstärke des Aquariumfilters. Steht euer Aquarium bspw. im Wohnzimmer, so ist ein sehr leises Brummen oder Plätschern oft nicht tragisch. Steht das Aquarium hingegen im Schlafzimmer so kann euch das selbe Geräusch den Schlaf rauben.

Die erträgliche Lautstärke bei der Filterwahl

normale Lebensbereiche ⇒ freie Filterwahl

empfindliche Lebensbereiche (z.B. Schlafzimmer) ⇒ Keine luftbetriebenen Aquariumfilter

Vorstellung der verschiedenen Aquariumfilter

Im Folgenden möchte ich euch die verschiedenen Aquariumfilter kurz vorstellen. Habt ihr eure Filterwahl getroffen, so findet ihr zu jedem Filtertyp noch eine eigene Unterseite auf der Ihr viele weitere Infos findet.

Außenfilter für das Aquarium

Aquarien Außenfilter Der Aussenfilter befindet sich, wie der Name ja schon so trefflich sagt, außerhalb des Aquariums und wird meistens mit Schläuchen für Zu- und Ablauf mit dem Aquarium verbunden. Er hat den Vorteil, dass er im Aquarium keinen Platz weg nimmt. Auch bei der Reinigung des Aquariumfilters erleichtert er die Arbeit. Die meisten Außenfilter haben an den Zu- und Ableitungsschläuchen jeweils ein Absperrventil. Den Außenfilter trennt man hiermit für eine Reinigung ohne großen Aufwand vom Aquarium, wodurch kein Wasser auslaufen kann.

Auch das Volumen eines Außenfilters ist meist größer als beim Innenfilter, da der Filter ja keinen Platz im Aquarium benötigt. Durch das größere Filtervolumen kann der Filter mehr Filtermaterial aufnehmen und sorgt so für eine bessere Reinigungsleistung. Den Außenfilter kann man am besten im Unterschrank des Aquariums deponieren. Hier nimmt er keinen Platz weg, ist gut versteckt und man kommt für Reinigungsarbeiten immer gut an ihn ran. Eine weitere Vorteil des Außenfilters ist, dass sich dieser mit einer Heizung kombinieren lässt, wodurch wir keinen störenden Heizstab ins Aquarium hängen müssen. Hierfür gibt es sowohl Außenfilters mit integrierter Heizung, wie auch Heizungen, die in der Zuleitung integriert werden.

⇒Mehr Infos zu den Außenfiltern

⇒Mehr Infos zur Kombination von Außenfiltern und Heizungen

Innenfilter für das Aquarium

Aquarien Innenfilter Der Innenfilter befindet sich im Inneren des Aquariums. Dies hat den großen Vorteil, dass er keinen zusätzlichen Platz außerhalb des Aquariums benötigt. Den zusätzlichen Platzgewinn erkauft man sich aber mit einer etwas umständlicheren Reinigung des Filters. Beim Innenfilter ist aufgrund des geringeren Filtervolumens zudem eine häufigere Reinigung der mechanischen Filter notwendig. Ein großer Vorteil des Innenfilters ist zudem, dass es zu keiner Überschwemmung der Wohnung durch Wasseraustritt an den Zuleitungen etc. kommen kann. Da der Innenfilter meist etwas günstiger ist, ist er oftmals in Aquarienkomplettsets verbaut.

⇒Mehr Infos zu den Innenfiltern

Bodenfilter für das Aquarium

Der Bodenfilter setzt im Vergleich zu den anderen Aquariumfilteren kein eigenes Filtermedium ein. Er nutzt in erster Linie den Bodenbelag des Aquariums als Filtermasse. Da der Bodenbelag als Filter dient, sollte er aus feinkörnigem Kies bestehen, der ca. 6cm hoch eingeschüttet wird. Alleine durch die große Fläche des Bodenbelags sorgt dieser Aquariumfilter für einen gesunden Wasseraustausch. Der Große Vorteil dieses Filters ist, dass der Kies gut durchlüftet und durchflutet wird. Hierdurch können sich nützliche Bakterien ansiedeln, die das Wasser von Schadstoffen reinigen.

Die Futterreste, Pflanzenbestandteile, sowie Ausscheidungen von Fischen und anderen Aquariumbewohnern werden reduziert. Der Aquariumfilter hält das Wasser in Balance und verhindert eine ungebremste Vermehrung von Schwebstoffen. So fühlen sich Tiere und Pflanzen in ihrer Umgebung wohl. Das Wasser wird bei der Ansaugung durch das Kies gesaugt. Somit gibt es keine gefährliche Ansaugstelle für kleine Aquarienbewohner. Die Wasserförderung selbst kann sowohl mit einer elektrischen Pumpe. als auch mit einem Luftheber erfolgen.

⇒Mehr Infos zu den Bodenfiltern

Hamburger Mattenfilter (HMF) für das Aquarium

HMF AquariumDen Hamburger Mattenfilter, der oftmals auch nur in der angekürzten Form unter HMF bekannt ist, verwendet man meistens als Eckfilter. Er beruht auf dem Renigungsprinzip einer einzelnen großen Filtermatte. Das Wasser wird hierbei hinter der Filtermatte angesaugt und vor der Filtermatte wieder ausgestoßen. Dies erfolgt mit Hilfe einer elektischen Pumpe oder eines Lufthebers. Durch den sinkenden Wasserstand hinter der Filtermatte strömt das Wasser durch die Filtermatte, wobei es gefiltert wird. Die mechanische Filterung erfolgt direkt an der Filtermatte. Bei der Reinigung ist es daher vor allem wichtig angesaugte Teile, wie abgestorbene Pflanzen, zu entfernen. Ein direktes Ausdrücken der Filtermatte ist hingegen nur sehr selten notwendig. Da es auch bei diesem Aquariumfilter keine direkte Ansaugstelle gibt, sind die kleinen Aquarienbewohner beim Hamburger Mattenfilter ebenfalls sicher.

⇒Mehr Infos zum Hamburger Mattenfilter (HMF)

Garnelen eingewoehnen
Slider

Meine Erfahrung mit Rendo Shrimp

Eigentlich bin ich ja ein Gegner davon lebende Tiere online zu kaufen. Aber gerade bei niederen Tieren, also Garnelen und Krebsen für das Nanoaquarium sind die Preise hier in der Umgebung im Fachhandel exorbitant hoch. […]

Scaper´s Tank von Dennerle im Test
Slider

Scaper´s Tank von Dennerle im Test

Es war mal wieder soweit. Ein neues Nano Aquarium musste her, da bei einem älteren Nano Aquarium sich eine Undichtigkeit ergeben hat. Da ich von meinem zusätzlichen Nano Cube doch recht überzeugt war sollte das […]

Mulmsauger im Aquarium
Mulmsauger

Mulmsauger

Der Mulmsauger Mit einem Mulmsauger können Sie den Bodengrund Ihres Aquariums bequem reinigen. Obwohl sich die Aquarianer gerne streiten ob der Mulmsauger im Aquarium überhaupt notwendig möchte ich Ihnen gerne die Vorteile eines Mulmsaugers vorstellen. […]