Fische sind faszinierende Lebewesen, die immer wieder für Überraschungen gut sind. Sie haben vielfältige Überlebensstrategien entwickelt und beweisen, dass sie mit schwierigen Bedingungen perfekt zurechtkommen. Ein Meister im Überlebenskampf sind Labyrinthfische, welche sich sogar in sehr sauerstoffarmen Gewässern wohlfühlt.

Die große Familie der Anabantidae

Die Labyrinthfische, Anabantidae, sind eine große Gruppe von Fischen, die vorwiegend in den tropischen Gewässern Afrikas leben. Einige Vertreter aus der Familie der Anabantidae haben ihre Heimat in Indien sowie in Südostasien.

Die Fische sind gern gesehene Untermieter in heimischen Aquarien. Hobbyaquarianer teilen die Fische in zwei Gruppen ein: Guramis und Kletternde Flussbarsche.

vorstellung_blauer_fadenfisch
Blauer Fadenfisch der Guramis Familie

Man muss schon ehrlich zugeben, diese Einteilung ist sehr willkürlich und nimmt keine Rücksicht auf die verschiedenen Arten Macropodus, Paradiesfisch, und Betta, dem Kampffisch, die im Aquarium immer beliebter werden.

Das ist verständlich, schließlich will man die Fische pflegen und sich über ihre Farbenpracht sowie den Nachwuchs freuen. Ganz nach dem Motto: „Ordnung muss sein“, teilen Wissenschaftler jedoch die Labyrinthfische in vier Gruppen ein:

Gruppen der Labyrinthfische

  • 1) Anabantidae, die die Gattungen Anabas, Ctenopoma und Sandelia enthalten
  • 2) Belontiidae, die die Gattungen Belontia, Betta,Colisa, Ctenops, Trichogaster, Malpulluta, Parosphronemus, Pseudophronemus, Sphaerichthys, Trichopterus und Trichopsios enthalten
  • 3) Helostomatidae mit der einzigen Gattung Helostoma
  • 4) Osphronemidae mit der ebenfalls nur einzigen Gattung Osphronemus

Den Fischen ist die Einteilung vollkommen egal und vielen Aquarianern auch. Viel interessanter ist die doch einzigartige Anatomie der beliebten Aquarienfische. Labyrinthfische können Luft atmen und sind nicht ausschließlich auf die Kiemenatmung angewiesen. Das Organ, das sie dafür benutzen, wird das Labyrinth genannt, daher auch der Name Labyrinthfische.

Das Labyrinth befindet sich an beiden Seiten des Kopfes in einer Kiemenaushöhlung direkt über den Kiemen. Über das Organ holen sich die Fische atmosphärischen Sauerstoff an der Wasseroberfläche und können deshalb in sauerstoffarmen Gewässern überleben.

labyrinthorgan_skizze
Skizze Lage Labyrinthorgan

Die Luft gelangt in zwei rosettenartige Kammern, die wie ein Schwamm aussehen und an der Oberfläche gut durchblutet sind. Diese Fähigkeit zu atmen macht es möglich, dass sich die Labyrinthfische sogar an Land bewegen können. Das ist manchmal in der Natur notwendig, wenn die Fische von einem Tümpel zum nächsten Gewässer wandern.

Beliebteste Labyrinthfische im Aquarium

Ein anspruchsloser Aquarienfisch ist der Paradiesfisch. Im Aquarium überaus beliebt sind auch:

  • Zwergguramis
  • Mosaikguramis
  • Blauer Gurami
  • Küssender Gurami Gold
  • Dicklippiger Fadenfisch
  • Kampffisch

Das Brutverhalten

Beim Nachwuchs zeigt sich deutlich, wie vielfältig die Lebensweise der Fische ist. Die Brutstrategien spiegeln den niedrigen Sauerstoffgehalt der Gewässer wider. Es gibt Labyrinthfischarten, die Blasennester bauen, um die Eier an der Wasseroberfläche zu halten.

siamesischer_kampffisch_bau_blasennest
Saimesischer Kampffisch beim Bau eines Blasennestes

Dann gibt es Arten, die schwimmende Eier haben und auch Arten, die nur sich selbst vertrauen. Sie bewahren die Eier in ihren Mäulern auf. Alle diese Methoden haben ein Ziel: Die Eier sollen die besten Bedingungen für die Entwicklung haben und immer in Sicherheit sein.

Was sind Fadenfische?

Die wohl populärste Gruppe von Fischen unter den Anabantidae sind die Guramis, Fadenfische, die zur Familie der Belontiidae gehören.

Sie sind mittelgroße Aquarienbewohner und für Anfänger geeignet. Sie akzeptieren unterschiedliche Wasserbedingungen und fügen sich in eine bestehende Wohngemeinschaft problemlos ein, vorausgesetzt die anderen Fische sind nicht zu klein. Vor allem der Blaue Gurami neigt dazu, andere Fische im Gemeinschaftsbecken zu unterdrücken.

Fadenfische sind sehr beliebte Zierfische, die es in vielen Farbschlägen gibt. Die Färbung variiert und reicht von schlicht bis zu extrem auffällig und prächtig. Die Farben können sich auch verändern. So hat der Mosaikgurami während der Brutzeit eine viel intensivere Färbung.

mosaikgurami-mosaikfadenfisch-trichogaster-leeri
Mosaikgurami/Mosaikfadenfisch Trichogaster leeri

Aquarium für Labyrinthfische

Die Vertreter aus der Familie der Anabantidae, zu denen, wie man weiß, die Labyrinth- und Fadenfische zählen, stellen keine hohen Ansprüche an ihr Zuhause. Sie lieben warmes Wasser, möchten paarweise leben und freuen sich über viele Wasserpflanzen.

Besonders dicht bepflanzt sollte das Becken an der Rückwand und an den Seiten sein. Je nach Labyrinthfischart variieren die Wasserparameter, aber als Richtwert gilt: Optimal ist ein pH-Wert von 6 bis 8 und eine Gesamthärte bis 15°dH.

Labyrinthfische kommen gut mit engen Räumen zurecht und haben gerne eine Begrenzung. Welche Pflanzen man wählt, hängt ganz vom Geschmack des Aquarianers ab. Den Fischen ist die Sorte egal, Hauptsache viele Pflanzen sind im Aquarium.

Innerhalb der verschiedenen Arten kommt es zwar zu Abweichungen, aber eine Wassertemperatur zwischen 25 und 28 Grad Celsius ist gut für die Fische. Dazu noch ein paar Höhlen aus Holz oder Stein und fertig ist das kleine Paradies für die Fische.

Zwerggurami

Der Zwerggurami, Colisa lalia, ist nicht nur einer der bekanntesten, sondern auch der beliebteste Fisch aus der Familie der Fadenfische. Einer der Gründe dafür ist, dass er nur etwa fünf Zentimeter groß wird und sich deshalb für ein kleineres Aquarium eignet.

(* = Affiliate-Link)
Rotes Zwergfadenfisch Pärchen
17,99 €
Jetzt ansehen *

Vergesellschaftung

Labyrinthfische werden in kleineren Aquarien paarweise gehalten. Ist das Aquarium groß, können zwei bis drei Weibchen und ein Männchen gehalten werden.

Es wird immer wieder behauptet, dass Labyrinthfische aggressiv sind. So stimmt das aber nicht. Was jedoch immer wieder zu beobachten ist, einige männliche Fische können andere Männchen nicht leiden. Während das Imponiergehabe bei einigen Männchen noch harmlos ist, können andere sehr wohl ihre Artgenossen und auch die anderen Fische im Aquarium enorm attackieren. Dann ist eine Unterbringung im Artenbecken sinnvoll.

gruppe_goldener-mosaikfadenfische-trichogaster-leeri
Gruppe goldener Mosaikfadenfische

Labyrinthfische können mit Zwerggarnelen und anderen friedlichen Fischen vergesellschaftet werden. Sind die Mitbewohner größer, brauchen sie sich vor den Labyrinthfischen nicht fürchten. Sind Zwerggarnelen im Aquarium, muss damit gerechnet werden, dass die kleinen Krabbler den Nachwuchs der Fische mit Begeisterung fressen.

Ernährung und Futter

Labyrinth- und Fadenfische lieben die Abwechslung. Verständlich, denn wer möchte jeden Tag das gleiche Menü serviert bekommen?
Für eine abwechslungsreiche Ernährung geeignet sind:

  • Frostfutter
  • Lebendfutter
  • hochwertige Flocken

Guramis züchten

Wenn die Guramis zur Fortpflanzung bereit sind, zeigt das Männchen plötzlich Interesse am Weibchen. Der Bauch des Weibchens schwillt an und beide suchen eine ruhige Stelle im Aquarium in der Nähe von Wasserpflanzen.

Hausbau oder besser gesagt Bläschennestbau ist reine Männersache. Der männliche Fisch nimmt an der Oberfläche mit seinem Maul Luft auf und spuckt diese durch seine Kiemen wieder aus. Die Bläschen steigen auf und werden an der Fläche eines Pflanzenblattes aufgefangen.

schaumnest_zwergfadenfisch
Schaumnest eines Zwergfadenfisches

Ist das Nest fertig, beginnt das Weibchen sofort mit dem Laichen. So stellt sich das zumindest das Männchen vor. Ist das Weibchen aber noch nicht bereit zu laichen, wird der männliche Fisch ärgerlich und er beginnt mit dem Weibchen zu kämpfen. Es passiert immer wieder, dass bei dem Kampf die Flosse des Weibchens verletzt wird.

Funktioniert das Laichen, steigen die Eier, die leichter als das Wasser sind, zur Oberfläche auf. Das Männchen sammelt sie im Zentrum des Nestes ein und verpackt jedes einzelne Ei in einer Blase aus schleimüberzogener Luft. In der Regel unterstützt das Weibchen ihren Partner bei dieser Tätigkeit.

Im Durchschnitt werden 250 Eier gelegt, größere Guramis legen bis zu 1000 Eier. Das Schlüpfen der Jungtiere dauert ungefähr 48 Stunden. Nach fünf Tagen können die Jungtiere schwimmen. Spätestens jetzt muss der Nachwuchs in ein anderes Aquarium umziehen. Das Männchen betrachtet die Jungfische nicht als seine Nachkommen, sondern als Delikatesse und frisst sie erbarmungslos auf.

Zu Beginn werden die Jungfische mit Einzellern wie Seewasserrädertiere ernährt, nach einer Woche bekommen sie Salzkrebschen und Daphnia.

Blasennest und Strömung

Ist die Strömung im Aquarium zu stark, wird das zarte Bläschennest weggespült.

Erkrankungen

Die Fäden von Guramis können von anderen Fischen abgebissen oder in zu kleinen Becken abgerissen werden. Ist der Flossenstumpf in Ordnung, wachsen die Fäden problemlos nach.

Sollte ein Faden nicht mehr nachwachsen, kann der Fisch dennoch weiterleben und sich gut orientieren.

Es wird immer wieder behauptet, dass der Fisch stirbt, wenn er Fäden verliert. Das stimmt nicht, der Fadenfisch kann ohne Fäden überleben. Wenn er stirbt, dann an der bakteriellen Infektion, die zum Verlust der Fäden geführt hat.

deutliche_faden_mosaikgurami
Mosaikfadenfisch mit gut sichtbaren Fäden

Schnappt der Labyrinthfisch an der Oberfläche nach Luft, bedeutet das nicht, dass es im Aquarium ein Sauerstoffproblem gibt. Es bedeutet einfach, der Fisch nutzt seine zweite Atmungsfunktion. Das Atmen der Fische an der Oberfläche kann aber zu einer Erkältung und zu einer Entzündung des Labyrinths führen, da es sich um ein sehr empfindliches Organ handelt.

Das passiert bei offenen Becken, wenn die Raumtemperatur rund fünf Grad Celsius niedriger als die Wassertemperatur im Aquarium ist. Deshalb ist es sinnvoll, das Becken mit Glas oder Acryl abzudecken.

Labyrinthfische online kaufen

Einfach in das nächste Fachgeschäft zu gehen und Labyrinthfische kaufen, ist gar nicht so einfach. Die beeindruckenden Gesellen nicht überall verfügbar oder müssen erst bestellt werden. Die Wartezeit auf die neuen Mitbewohner ist lang.

Deshalb entschließen sich immer mehr Aquarianer, die faszinierenden Tiere online zu kaufen. Tiergerecht verpackt machen sie sich auf die Reise und erreichen nach kurzer Zeit gesund und munter das neue Zuhause.

Tipp vom Experten

Für das Laichen sind Schwammfilter, die mit Luft arbeiten, zu empfehlen. Nicht nur, dass sie das Aquarium filtern, der Nachwuchs wird oft dabei beobachtet, wie er Mikroorganismen aus dem Schwamm pickt.

(* = Affiliate-Link)
Schwammfilter

Das könnte für dich interessant sein

Häufige Fragen

Wie alt werden Fadenfische?

Wie alt die Fische werden, hängt natürlich von der jeweiligen Fischart, der Wasserqualität und dem Futter ab.

Im Durchschnitt beträgt die Lebenserwartung beim Kampffisch, beim Dicklippigen Fadenfisch und beim Zwerggurami drei bis vier Jahre.

Ein hohes Alter von zehn bis zwölf Jahren erreichen Paradiesfische, Blauer Gurami und der Küssende Gurami.

Welche Labyrinthfische sind besonders friedlich?

Während der Brutzeit zeigen alle Labyrinthfische ein leicht aggressives Verhalten. Außerhalb der Brutzeit sind der Mosaik- sowie der Zwerggurami besonders friedliche Aquarienbewohner.

Weitere interessante Themen