Steckbrief +-
max. Größe: 4,0cm
4,0cm
Haltung: einfach
Zucht: einfach
Wassertemp.: 10-25 °C
Wasserwerte: PH: 6,0-8,0 pH
GH: 10-30 °dH
KH: <15 °dGH

Allgemeines

Was haben eigentlich die Länder Deutschland, Österreich und Spanien gemeinsam? Ohne lange darüber nachzudenken, wird jeder sagen, dass Deutschland und Österreich nicht nur Nachbarländer, sondern auch sprachlich und landschaftlich viel Gemeinsames haben. Bei Spanien wird es schon etwas schwieriger, obwohl Spanien ein Lieblingsurlaubsland von uns Deutschen ist.

Und doch haben die Länder noch etwas gemeinsam: Mit kleinen Unterschieden ist im Symbol für die Post das alte Posthorn erkennbar. Umfragen haben ergeben, dass fast alle Menschen dieses Symbol erkennen. Das Posthorn gibt es bereits seit dem 15. Jahrhundert und wenn es erklang, war dies ein Hinweis dafür, dass Briefe transportiert wurden.

Heute sind Postfilialen mit diesem Symbol gekennzeichnet. Doch was hat die Geschichte von der Post mit einem Aquarium zu tun? Ganz einfach, es handelt sich um die bekannten und beliebten Posthornschnecken, Planorbarius corneus, deren Haus eindeutig an ein Posthorn erinnern.

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Kurzporträt

Die Posthornschnecke unterscheidet sich von vielen anderen Lungenschnecken, die im Aquarium leben, dadurch, dass sie auch in leicht salzhaltigem Wasser überleben kann. Der Salzgehalt muss wirklich sehr niedrig sein und im Salzwasser erreicht die Posthornschnecke selten ihre volle Größe.

Die Familie Planorbidae enthält die Tellerschnecken, zu denen auch die attraktiven Posthornschnecken gehören. Die Schnecken kommen weltweit in vielen Regionen vor und die Schnecken leben in ihrer natürlichen Umgebung in stehenden oder langsam fließenden Gewässern, wo es viel Vegetation gibt, denn sie ernähren sich von Detritus und Algen.

Die Große Posthornschnecke

Die Große Posthornschnecke, Planorbis corneus, kommt in ganz Europa und in Westasien vor. Sie ist eine Bereicherung in jedem Aquarium. Interessant ist, dass die flache, spiralige Schale bei der Fortbewegung über den Aquariumboden oder beim Hochklettern an Pflanzen vertikal gehalten wird.

posthornschnecke_corneus_beim_fressen

Die Schnecken haben eine dunkle Färbung, die oft einen Stich ins Rötliche trägt, was sich durch den roten Blutfarbstoff Hämoglobin im Körper der Posthornschnecke erklären lässt. Obwohl Hämoglobin bei allen Säugetieren vorkommt, findet man es bei Schnecken nur selten, denn die meisten Weichtiere benutzen Hämozyanin, ein Farbstoff, der Ferrosulfat enthält, um Sauerstoff zu transportieren. Die Posthornschnecke jedoch speichert Sauerstoff im in ihrem Hämoglobin enthaltenen Eisen.

Historisches

Die Posthornschnecke war und ist ein beliebter Aquariumbewohner im heimischen Aquarium. Schon seit mehr als vierzig Jahren werden die, drei bis vier Zentimeter groß werdenden Schnecken, im Aquarium gehalten.

In der Natur gibt es Posthornschnecken natürlich schon viel, viel länger. Die Schnecken sind wahre Überlebenskünstler.

Unter dem Begriff Detritus versteht man Schlamm, Schlick und Abfall. Abfall, der sich beim Absterben von Pflanzen bildet. Dieser Abfall ist nicht nur Nahrung für die Schnecke, sondern auch Zufluchtsort. Der Schlamm ist Schutz für die Planorbarius corneus, wenn die Schnecke lange Dürreperioden durchstehen muss.

posthornschnecke_mit_spitzschlammschnecke
Bild: Se90, Posthornschnecke (Planorbarius corneus) 2011-05-12, size and aspect ration by OM, CC BY-SA 3.0

Das ist der Fall, wenn Flüsse oder Teiche austrocknen. Dann gräbt sich die Schnecke in den Schlamm ein und verfällt in eine Phase der Lethargie, die durchaus mehrere Monate andauern kann. Kehrt das Wasser zurück, wird die Posthornschnecke wieder aktiv. So überlebten die Schnecken die ungünstigsten Klima- und Umweltbedingungen.

Atmung

Die Posthornschnecke nimmt ihren Sauerstoff durch den Atemlappen, auch Segel genannt, auf, der zwischen Fühlern und Schale sitzt. Sie kann aber auch durch die Atemöffnung, Pneumostom, atmen. Beide Atemorgane sind bei der Fortbewegung nicht zu sehen.

Das optimale Aquarium

Die hübsche Schnecke hat sich ein schönes Zuhause verdient. Doch was macht die Schnecke wirklich glücklich?

Zuerst braucht sie einmal ein Becken ab 30 Liter Fassungsvermögen. Dann können mehrere Schnecken im Aquarium gehalten werden. Die friedliche Posthornschnecke kann in kleinen Gruppen gehalten werden, aber sie vermisst ihre Artgenossen nicht. Bei Einzelhaltung kann das Aquarium etwas kleiner sein.

Als Bodengrund sind Sand oder feiner Aquarienkies gut geeignet. Dürfte sich die Posthornschnecke ihr Becken selbst einrichten, außer Wasserpflanzen würde sie nichts kaufen. Die Schnecke liebt nämlich ein dicht bepflanztes Becken.

Die ideale Strömung

Am wohlsten fühlt sich die Schnecke bei sehr schwacher Strömung.

Die Wasserpflanzen sind tabu, das stimmt aber nur, wenn die Schnecke ausreichend Nahrung im Aquarium findet. Ist der Hunger groß, frisst die Schnecke die Pflanzen.

Wasserwerte

Die pflegeleichte Posthornschnecke braucht eine Temperatur zwischen 10 und 25 Grad Celsius. Dann noch ein pH-Wert von 6,0 bis 8,0, eine Gesamthärte von 10 bis 30°dgH sowie eine Karbonhärte bis 15°dKH und die Untermieterin fühlt sich im Aquarium richtig wohl.

Fortpflanzung

Die Posthornschnecken sind Zwitter. Jede Schnecke kann sowohl Eier als auch Sperma erzeugen. Die Schnecken befruchten sich jedoch selten selbst. In Notzeiten und Dürreperioden greifen sie aber schon auf diese Methode zurück. Auch dann, wenn die Schnecke im Aquarium alleine gehalten wird.

Bei vielen Schneckenarten geht der eigentlichen Paarung eine lange Balz voraus. Bei den Posthornschnecken ist die Paarung jedoch viel einfacher. Die Schnecke, die zum Zeitpunkt der Paarung die Rolle des Männchens übernimmt, klettert auf die Schale des Partners. Nach einer geraumen Zeit gelingt es ihm, seinen Penis in die entsprechende Öffnung einzuführen und das Sperma abzugeben.

posthornschnecke_gallert_ungeschluepften_jungschnecken
This image is created by user B. Schoenmakers at waarneming.nl, a source of nature observations in the Netherlands., Planorbarius corneus (Planorbidae) – (eggpacket), Elst (Gld), the Netherlands, size and aspect ration by OM, CC BY 3.0

Das als Weibchen fungierende Tier spielt bei diesem Prozess keine aktive Rolle. Die Paarung lässt sie im wahrsten Sinne des Wortes kalt, sie bewegt sich ständig weiter und sucht nach Nahrung.

Nach einigen Tagen klebt die befruchtete Schnecke die Eier an die Aquarienscheiben, an die Pflanzen oder an Dekorationsgegenstände im Aquarium. Das Eigelege hat eine ovale Form und im Gelege befinden sich 10 bis maximal 20 Eier. Je höher die Wassertemperatur ist, desto schneller entwickeln sich die Jungschnecken.

Schlupfdauer

Bei einer Temperatur von 22 bis 25 Grad Celsius dauert es im Durchschnitt acht bis zehn Tage, bis die Babyposthornschnecken das Gelege verlassen und sofort auf Nahrungssuche gehen.

Ernährung und Futter

Posthornschnecken sind Allesfresser, die keinen großen Wert auf gesunde Ernährung oder Abwechslung legen. Wichtig ist nur, dass immer ausreichend Futter vorhanden ist. Sie weiden unermüdlich den Boden ab und fressen Algen, Detritus und die Reste von Flocken- und Frostfutter. Sie halten erfolgreich das Aquarium sauber und das kommt der Wasserqualität zugute.

Vergesellschaftung

Die Posthornschnecke kommt mit anderen Schnecken, Fischen und Garnelen gut zurecht. Mit Schmerlen und Krebsen dürfen die Posthornschnecken nicht vergesellschaftet werden. Für diese Unterwasserbewohner ist die Schnecke eine Delikatesse, die sofort gefressen wird.

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Silvana Gericke Planorbarius corneus 01, size and aspect ration by by OM, CC BY 3.0

Erkrankungen

Arttypische Krankheiten sind nicht bekannt. Was jedoch für alle Aquarienbewohner gilt, gilt auch für die hübschen Posthornschnecken. Mangelnde Hygiene kann zu schweren Erkrankungen durch Bakterien und Pilzen führen. Bei optimalen Haltungsbedingungen wird die Schnecke 1,5 bis maximal 3 Jahre alt.

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Expertentipp

Temperaturschwankungen werden von den liebenswerten Tieren gut vertragen. Zu beachten ist aber, dass bei konstant hohen Wassertemperaturen die Lebenszeit der Schnecke verkürzt wird.

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