Garnelen sind attraktive Aquarienbewohner, die im Artenbecken eine gute Figur machen. Obwohl die Krebstiere durch ihre Farbenvielfalt sowie ihre individuellen Verhaltensweisen faszinieren, pflegen viele Aquarianer aber ihre Garnelen im Gesellschaftsbecken. Es entspricht dem momentanen Zeitgeist, Garnelen mit anderen Wasserbewohnern im Becken zu integrieren.

Tipps für die Auswahl geeigneter Mitbewohner

Bei der Vergesellschaftung muss sowohl auf den benötigten Lebensraum als auch auf die Lebensweise geachtet werden. Die Bewohner, die sich ihr Zuhause ab sofort teilen, dürfen sich das Leben nicht gegenseitig schwer machen. Das gilt nicht nur für die Garnelen, sondern auch für die Fische, Krebse und Schnecken.

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Planung ist gefragt

Die Auswahl und Besatzung des Beckens mit Wasserbewohnern gehört zu den Highlights in der Aquaristik. Damit sich die feuchtfröhliche Gesellschaft aber auch längerfristig in ihrem gemeinsamen Zuhause wohlfühlt, müssen Fragen nach gemeinsamen Lebensbedürfnissen und wer zu wem passt oder eben auch nicht, im Vorfeld geklärt werden.

Die Rahmenbedingungen

Wer mit wem eine harmonische Wohngemeinschaft bildet, hängt zunächst von den gemeinsamen Lebensbedürfnissen ab. Zwar haben einige Unterwasserbewohner, vor allem die Garnelen, aber auch einige Fisch- und Schneckenarten, einen breiteren Toleranzbereich, doch die Grenzen sollten nie als Dauerzustand betrachtet werden.

Wichtige Gemeinsamkeiten der Aquarienbewohner sind der bevorzugte pH-Wert, die Wassertemperatur und die Wasserhärte.

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Beachtet werden muss natürlich auch die Besatzdichte. Das Raumangebot sollte immer großzügig bemessen werden.

Wachstum

Nicht vergessen: Sowohl die Fische als auch die Garnelen wachsen. Das bedeutet, es muss immer die Endgröße des einzelnen Tieres berücksichtigt werden.

Wie viele Tiere letztendlich im Becken leben, hängt von vielen Faktoren ab. Brauchen zum Beispiel Tiere eine größere, freie Bodenfläche, wie viel Nachwuchs bekommen sie, in welchen Bereich des Beckens leben sie, aber als Grundregel gilt: 10 bis 15 Zwerggarnelen auf 20 Liter Wasser und 1 Zentimeter Fisch pro Liter Wasser.

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Faustformel Aquarienbesatz

  • ca. 1,5 Liter Wasser pro Zwerggarnele
  • ca. 1,0 Liter Wasser pro cm Fischlänge

Sprich bei 8 Zwerggarnelen und 10 Guppys (Weibchen max. 4,5 cm) benötigt man laut der Formell mindestens 57 Liter, sprich ein 60 Liter Aquarium. Hierbei ist jedoch nicht beachtet, dass sich die Bewohner auch schnell vermehren können und das Becken dadurch zu klein wird!

Kann man Garnelen mit anderen Garnelen zusammen halten?

Wer Garnelen im Aquarium hält, will mehr. Das ist verständlich, denn es gibt so viele unterschiedliche Garnelenarten. Jede Art hat eine faszinierende Farbe oder Musterung. Da fällt es schon sehr schwer, sich nur auf eine Garnelenart zu beschränken.

Wer also Garnelen mit Garnelen vergesellschaften möchte, muss zwei grundlegende Dinge beachten:

  1. Garnelenarten kreuzen sich untereinander
  2. Nicht alle Garnelenarten vertragen sich

Durch die Kreuzung verschiedener Garnelenarten entstehen neue Farben und Musterungen. Diese Tatsache führt bei einigen Aquarianern zu Alpträumen, einige Aquarianer hingegen sind begeistert.

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Diese Kreuzungen können zu Verwirrungen führen. Es ist gar nicht so einfach festzustellen, welche Garnele eine eigenständige Art ist und welche Tiere das zufällige Ergebnis der Kreuzungen sind. Umso wichtiger ist eine gute Dokumentation, welche Garnelen gemeinsam im Aquarium gehalten werden und welche Arten für den Nachwuchs verantwortlich sind.

Garnelen gelten als soziale und friedliebende Gesellen. Aber es gibt auch kleine Störenfriede. Dazu zählt zum Beispiel die Ringelhandgarnele, die kleinere Garnelen sehr gerne ärgert und auf diese Jagd macht.

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Ringelhandgarnele

Vergesellschaftungsbeispiele

Alle Garnelenarten aufzuzählen, die sich mit anderen Garnelen kreuzen oder nicht, würde den Rahmen sprengen. Deshalb ein paar Beispiele, welche Garnelen sich bei der Vergesellschaftung kreuzen:

Garnelen, die sich im Gesellschaftsbecken nicht kreuzen sind:

Garnelen mit Schnecken vergesellschaften

Garnelen und Schnecken bilden eine friedliche, harmonische Wohngemeinschaft. Vor den Schnecken muss sich keine Garnele, egal wie klein sie ist, fürchten. Umgekehrt sieht es manchmal ganz anders aus. Die kleinen Häuschenträger bereichern den Speiseplan so mancher Garnele.

Garnelen und Schnecken gemeinsam im Aquarium sind nicht nur ein optisches Highlight, die Garnelen profitieren von den arbeitswilligen Schnecken. Warum? Weil sie immer ein sauberes Zuhause haben.

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Verschiedenste Geweihschnecken

Wer ist der beste Algenvernichter unter den Schnecken? Richtig, die Geweihschnecke. Und wer kümmert sich fleißig um die Futterreste, damit die Wasserqualität nicht leidet? Das sind die emsigen Posthornschnecken.

Garnelen mit Krebsen vergesellschaften

Die Vergesellschaftung von Garnelen mit Zwergkrebsen ist möglich, aber nicht ganz unproblematisch. Zwergkrebse haben Scheren und verwenden diese auch gerne. Die Scheren sind ein nicht zu unterschätzendes Werkzeug, mit denen die Krebse Jagd auf die Garnelen machen.

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Und der Sieger ist immer der Zwergkrebs, die Garnele leider immer die Beute. Abhilfe schafft ein sehr großes Becken mit vielen Versteckmöglichkeiten. Dann haben Garnelen eine gute Chance, dem Angriff der Zwergkrebse zu entkommen.

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Garnelen und Fische

Grundsätzlich lassen sich Garnelen mit vielen friedlichen Fischen zusammen pflegen. Garnelen sind zwar robuste, aber dennoch sensible Wasserbewohner. Eine Vermehrung bleibt meist in Gesellschaft mit Fischen aus.

Bei der Wahl der Fische muss natürlich berücksichtigt werden, dass es sich um keine räuberischen Fische handelt. Wichtig ist auch, dass die Fische eher ruhig sind, mit hektisch schwimmenden Fischen kommen Garnelen nicht zurecht.

Wer denkt, dass die Fische immer auf der sicheren Seite sind, der irrt sich gewaltig. Leben Ringelhandgarnelen im Aquarium, müssen die Fische sehr wohl um ihr Leben bangen.
Während Kampffische und Salmler keine guten Nachbarn für Garnelen sind, ist eine Vergesellschaftung mit Welsen und Bärblingen möglich.

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Können Garnelen unter Stress leiden?

Nicht jede Garnelenart leidet unter Stress, aber es gibt einige Garnelen, die besonders stressempfindlich sind. Dazu gehören die Bienengarnelen und die Garnelen aus dem Malili Seensystem sowie aus dem Pososee. Diese Garnelen sollten sich nicht ein Aquarium mit Fischen teilen müssen.

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Garnelen und Guppys

Guppys sind wie Mollys und Platys lebendgebärende Fische. Guppys sind in fast jedem Aquarium anzutreffen. Die Schwarmfische sind robust, pflegeleicht, aktiv und begeistern mit ihren brillanten Farben jeden Aquarianer. Es wird immer wieder gesagt, dass Guppys und Garnelen sich perfekt eignen, um gemeinsam im Aquarium gepflegt zu werden.

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Experten sind jedoch anderer Meinung. Es sollte nämlich darauf geachtet werden, dass die Arten wenigstens aus derselben geografischen Region stammen. Der lebendgebärende Zahnkarpfen stammt aus dem tropischen Mittel- und Lateinamerika und ist nicht der geeignete Nachbar für Garnelen, die aus Südostasien stammen.

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