Steckbrief +-
max. Größe: 7,0cm
7,0cm
Haltung: einfach
Zucht: einfach
Wassertemp.: 18-28 °C
Wasserwerte: PH: 6,5-8,0 pH
GH: 5-24 °dH
KH: 3-20 °dGH

Allgemeines

In vielen Berufen gehört eine spezielle Arbeitskleidung einfach dazu. An die Kleidung werden hohe Ansprüche gestellt. Sie muss vor Kälte, Regen und Schmutz schützen, muss für Sicherheit sorgen und soll auch noch atmungsaktiv und bequem sein. Bei all diesen positiven Eigenschaften bleibt oft das Design auf der Strecke. Kurz gesagt, die Arbeitskleidung ist praktisch und bietet Sicherheit, optisch ist sie jedoch kein besonderes Highlight.

Es geht aber auch anders und die Paradiesschnecke ist der beste Beweis dafür. Eine extrem fleißige Reinigungskraft im Aquarium mit einem unbeschreiblich schönen Gewand, Pardon Gehäuse.

Kurzporträt

Die Paradiesschnecke, der wissenschaftliche Name lautet Marisa cornuarietis, gehört zur Familie der Apfelschnecken, Ampullaridae. Ihre natürliche Heimat ist Süd- und Mittelamerika. Die attraktive Schnecke begeistert nicht nur Schneckenliebhaber.

Pflanzen- und Futterreste im Aquarium? Nicht, wenn Paradiesschnecken im Becken leben. Die aktiven Schnecken sind den ganzen Tag damit beschäftigt, alle Reste zu fressen. Manchmal übertreiben sie ein bisschen und holen sich sogar das Futter von den Fühlern anderer Schnecken.

Das Abweiden verhindert faulige Bereiche im Aquarium, was natürlich gut für die Wasserqualität ist.

Das Schneckenhaus erreicht einen Durchmesser von sechs bis sieben Zentimeter. Die Farbe des Hauses ist facettenreich und reicht von Gelb bis Beige. Charakteristisch sind die braunen oder roten Streifen, wobei es aber auch Paradiesschnecken mit gelben Streifen oder mit einfarbigen Häusern gibt.

Falls Streifen vorhanden sind, dann haben die Häuser in der Regel fünf bis sieben Streifen. Typisch für die Marisa cornuarietis ist die schwarz-weiße Maserung des Körpers.

Historisches

Attraktive Schnecken im Aquarium werden immer beliebter. Die Apfelschnecken, zu denen die hübsche Marisa cornuarietis gehört, waren die ersten Schnecken, die in heimischen Becken gepflegt wurden. Es ist zwar nicht zu hundert Prozent bewiesen, aber schenkt man der Literatur Glauben, wurden die ersten Paradiesschnecken bereits vor etwas mehr als hundert Jahren im Aquarium gehalten.
paradiesschnecke_im_aquarium

Zu einer Zeit, als es noch keine elektrischen Heizstäbe gab. Was die Faszination und Freude über diese attraktiven Tierchen aber nicht verringerte. Die damaligen Aquarianer waren kreativ und wussten sich zu helfen. Sie stellen Töpfe mit heißem Wasser neben das Becken und sorgten damit, dass es den Schnecken nicht zu kalt wurde.

Atmung

Die Paradiesschnecke gehört zu den Lungenatmern. Wie alle anderen Tiere aus dieser Gruppe besitzt sie natürlich auch einen Sipho, ein röhrenartiges Organ, für den Luftaustausch. Obwohl der Sipho im Vergleich zu anderen Schnecken kurz ist, ist er an der Oberfläche zu erkennen.

Das optimale Aquarium

Paradiesschnecken sind nicht nur schön, sondern auch gesellig und brauchen Artgenossen. Außerdem erreichen sie eine stattliche Größe. Böse Zungen sagen, dass die Schnecken dicke Brummer werden. Deshalb ist eine Haltung nur in einem Aquarium ab 60 Liter tier- und artgerecht.

Das Bodensubstrat muss feinkörnig sein, damit sich die Weichtiere nicht verletzen. Bei der Innendekoration kann sich der Aquarianer zwar nach Lust und Laune austoben. Aber ob Höhlen oder Kokosnuss-Schalen, selbst die liebevollste und aufwendigste Inneneinrichtung weckt nur wenig Interesse.

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feinkörnigen Bodengrund

Für schönes Wohnen haben die Schnecken keine Zeit, denn sie sind stundenlang mit der Reinigung des Beckens beschäftigt. Wobei natürlich nicht die Hygiene im Vordergrund steht, den Tierchen geht nur darum, Futter zu suchen. Dabei entsteht eben der positive Nebeneffekt, dass das Aquarium sauber ist.

Wasserpflanzen

Pflanzen im Aquarium sind nicht nur aus ästhetischen Gründen ein Muss im Becken, sie reinigen das Wasser und stellen Sauerstoff bereit.

Die Kombination Wasserpflanzen und Paradiesschnecken ist nicht ganz einfach. Die Paradiesschnecken haben keinen Respekt vor den Pflanzen. Sie fressen die Wasserpflanzen mit Begeisterung und schon nach kurzer Zeit sieht es ziemlich kahl im Becken aus.

Zum Glück gibt es die Muschelblume und die Wasserpest. Diese Pflanzen liebt die Schnecke nicht besonders und lässt sie eher in Ruhe.

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Wasserpest

Zufütterung Salatblätter

Werden reichlich frische Salatblätter gefüttert, vergreifen sich die Schnecken nicht so stark an den Pflanzen.

Wasserwerte

Die anpassungsfähige Paradiesschnecke toleriert Temperaturschwankungen. Die Temperatur darf zwischen 18 und 28 Grad Celsius betragen. Dann noch ein pH-Wert von 6,5 bis 8,0, eine Gesamthärte von 5 – 24°dgH sowie eine Karbonhärte von 3 bis 20°dKH und die Untermieter fühlen sich richtig wohl.

Fortpflanzung

Für die Zucht müssen männliche und weibliche Schnecken im Aquarium leben. Während bei vielen Schnecken die Geschlechtsunterschiede nur schwer erkennbar sind, sind bei der Paradiesschnecke die Weibchen und Männchen leicht zu unterscheiden, und zwar am Deckel sowie an der Öffnung des Gehäuses. Die Öffnung ist bei der männlichen Schnecke gewölbter und der Deckel runder als beim Weibchen.

Die Weibchen laichen unter Wasser und befestigen das Gelege entweder an den noch vorhandenen Wasserpflanzen oder an den Beckenscheiben.
Das Gelege ist weiß und gallertartig. Das Eigelege des Weibchens kann durchaus eine Größe von zehn Zentimeter erreichen. Im Durchschnitt befinden sich rund 200 Eier im Gelege.

Nach ungefähr ein bis zwei Wochen schlüpfen winzig kleine, nur etwa 1 Millimeter große Babyschnecken. Sie beginnen, wie könnte es auch anders sein, sofort feines Futter zu fressen.

Ernährung und Futter

Sind Paradiesschnecken Veganer? Fast könnte man das denken, denn würden die Schnecken einkaufen gehen, ihre Taschen wären mit Brennnesseln, Salat und Hokkaido Kürbis vollgestopft. Sie sind aber keine Veganer, denn sie fressen auch gerne Mückenlarven und abgestorbene Mikroorganismen.

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Brennnessel Sticks

Tägliche Fütterung

Die Paradiesschnecke sollte täglich gefüttert werden.

Vergesellschaftung

Eine Vergesellschaftung mit anderen Weichtieren ist möglich. Es muss aber gesagt werden, dass bei Proteinmangel die Paradiesschnecke den Laich ihrer Mitbewohner frisst.

Eine Wohngemeinschaft ist mit fast allen Fischen und Zwerggarnelen möglich. Nicht ganz harmonisch ist das Zusammenleben mit Barschen. Die Fische knabbern sehr gerne die Tentakel der Schnecken an.

Erkrankungen

Die Schnecke ist auffallend robust. Saures Wasser beschädigt zwar zunächst die Oberfläche, kann jedoch auf Dauer auch das gesamte Schneckenhaus auflösen. Um dies zu verhindern, ist jede Woche ein Teilwasserwechsel empfehlenswert.

Bei optimalen Haltungsbedingungen wird die Schnecke 2,5 bis 4 Jahre alt.

Paradiesschnecken online kaufen

Aquarianern, die den hübschen Weichtieren ein Zuhause geben möchten, kann der Onlinekauf empfohlen werden. Das hat zwei Gründe: Erstens sind in kleinen stationären Geschäften die Schönheiten oft nicht erhältlich und zweitens sind nicht alle Verkäufer bestens geschult.

Verwechslungsgefahr

Es kommt immer wieder vor, dass die Paradiesschnecke vor allem in Zoohandlungen aufgrund ihres Aussehens als gestreifte Posthornschnecke verkauft wird./alertbox]

Gut verpackt erreichen die neuen Mitbewohner ihr Ziel und können nach der Akklimationszeit ihr neues Zuhause in Beschlag nehmen.

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Expertentipp

Die Paradiesschnecke bevorzugt langsam fließendes Gewässer. Eine starke Strömung im Aquarium mag sie überhaupt nicht.

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