Steckbrief +-
max. Größe: 1,8cm
1,8cm
Haltung: einfach
Zucht: einfach
Wassertemp.: 16-28 °C
Wasserwerte: PH: 5,0-8,0 pH
GH: 2-30 °dH
KH: 0-16 °dGH

Allgemeines

Zu den Blasenschnecke gehören die wenigen Gattungen der Familie Physidae. Die kleinen Aquariumbewohner sind fleißige Tierchen, die das Becken sauber halten. Immer auf der Jagd nach Futterresten und abgestorbenen Pflanzenteilen sind die hübschen Schnecken gern gesehene Gäste in jedem Aquarium.

Große Populationen dieser Schnecken kommen weltweit vor, die einzelnen Arten unterscheiden sich nur sehr geringfügig voneinander.

blasenschnecke_details

Kurzporträt

Zur Familie der Blasenschnecken gehören auch noch die Spitze Blasenschnecke, Physa acuta, die zwar Teiche, Flüsse und Bäche in ganz Europa als ihre Heimat betrachtet, doch vor allem in den Mittelmeerländern und in Westeuropa vorkommt.

Die Physa sp. hat eine leichte, dünne Schale, die zu einer, vom Fuß aus gesehenen, links gewundenen Spirale geformt ist. Die Schnecke wird bis zu 1,3 Zentimeter lang.

Sind die Haltungsbedingungen im Aquarium perfekt auf die Schnecke abgestimmt, können die attraktiven Tiere jedoch 1,8 Zentimeter groß werden.

Die untere Windung macht etwa vier Fünftel des gesamten Volumens aus. Die breite Öffnung der Schale ist vorne leicht erweitert und ist dort mit einer zerbrechlichen Außenlippe versehen.

Das Gehäuse der Schnecke glänzt gelb- bis goldfarben und am Ende der Fühler befinden sich die Augen. Die relativ langen Kopffühler verwendet die Schnecke, um ihr Zuhause genau zu erforschen.

Historisches und Wissenswertes

Zoologen haben sich schon vor vielen Jahren ausführlich mit der Blasenschnecke beschäftigt und eine interessante Entdeckung gemacht:

Der Schleim der Blasenschnecken markiert nicht nur eine Spur, sondern man kann auch die Richtung erkennen, in der sich die Schnecken bewegt haben. Nach Meinung der Wissenschaftler enthält der Schleim einen Wirkstoff, mit dessen Hilfe bestimmte Chemikalien auf einer Seite der Spur konzentriert werden, sodass die Tiere sich genau orientieren können.

Doch warum hinterlässt die Physa sp. überhaupt eine Schleimspur? Das hat ganz praktische Gründe. In ihrer natürlichen Umgebung leben die Schnecken zwischen dichter Vegetation, ihre Reise an die Oberfläche ist meistens nicht ganz einfach, sondern mit Problemen verbunden.

Die Schnecken müssen durch Algen kriechen und auch wieder zurück, wenn die Pflanze, auf der sie gerade sitzen, nicht bis ganz an die Wasseroberfläche reicht. Haben sie jedoch einen Weg an die Oberfläche gefunden, können sie sich anhand der hinterlassenen Schleimspur orientieren und diese Spur auch das nächste Mal wieder verwenden.

So manche Blasenschnecke gilt als Pionier. Sie hat den perfekten Weg gefunden und markiert, der Weg kommt aber allen anderen Blasenschnecken zugute, die folgen nämlich dem Weg, auch wenn es sich nicht um ihren eigenen Schleim handelt.

Atmung

Die Blasenschnecke gehört zu den Lungenatmern. Die Schnecke taucht an die Oberfläche, um zu atmen. Obwohl sie wie fast alle Lungenschnecken eine lungenähnliche Mantelhöhle besitzt, hat sie ein zusätzliches Atemsystem. Die Physa sp. nimmt zusätzlichen Sauerstoff durch den Mantelrand auf, der in den Lappen über dem Gehäuse hinausragt.

Interessant ist, dass in sauerstoffreichem Wasser diese Lappen eingezogen und unsichtbar sind.

Im sauerstoffarmen Wasser hingegen können sie ausgestreckt werden und das Gehäuse bedecken. Damit vergrößert sich die Fläche zur Sauerstoffaufnahme wesentlich.

Sauerstoffsättigung

Der Sauerstoffgehalt im Aquarium beeinflusst das Verhalten der Blasenschnecke. Ist ausreichend Sauerstoff vorhanden, füllt die Schnecke ungefähr einmal pro Stunde ihre Lunge mit Luft.

Bei einem niedrigen Sauerstoffgehalt muss sie aber viel öfters an die Oberfläche kommen. Es wurde beobachtet, dass bei nicht optimalen Haltungsbedingungen im Aquarium, die Schnecken sogar alle paar Minuten an die Oberfläche müssen.

Das optimale Aquarium

Die Blasenschnecke macht es jedem Aquarianer leicht. Sie ist attraktiv, pflegeleicht und genügsam. Das Aquarium kann ganz nach Belieben gestaltet werden, die Schnecke stellt keine besonderen Ansprüche.

Wie jedes Aquarium sollten auch bei der Haltung der Blasenschnecke Steine, Wurzeln, Pflanzen und ein Bodensubstrat im Aquarium vorhanden sein.

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Das Becken kann ganz nach Lust und Laune bepflanzt werden, die Schnecke lässt die Wasserpflanzen in Ruhe.

Die attraktiven Reinigungskräfte können bereits in kleinen Aquarien ab 12 Liter Fassungsvermögen gehalten werden. Die Physa sp. ist es gewohnt, in großen Gruppen zu leben. Deshalb sollten auch im heimischen Aquarium immer mehrere Schnecken gepflegt werden.

Wasserwerte

In Bezug auf die Wasserwerte ist die Physa sp. unkompliziert. Die Schnecke braucht eine Wassertemperatur zwischen 16 und 28 Grad Celsius, einen pH-Wert von 5,0 bis 8,0, eine Gesamthärte von 2 bis 30°dgH sowie eine Karbonhärte von 0 bis 30°dKH und schon fühlt sich die aktive sowie bewegungsfreudige Schnecke wohl.

Fortpflanzung

Blasenschnecken können bereits ab ihrer achten Lebenswoche für Nachwuchs sorgen. Die Schnecken sind Zwitter und deshalb legt jede Schnecke Eier.

blasenschnecke_physa-sp_im_aquarium

Bei der Zucht der Blasenschnecken muss beachtet werden, dass pro Woche bis zu 100 Eier gelegt werden. Und nicht vergessen: Die Schnecken können nicht nur die Spermien speichern, sie können auch die Eier selbst befruchten. Das bedeutet, dass bereits mit einer Schnecke eine große Population im Aquarium möglich ist.

Da sie sich nicht an den Wasserpflanzen vergreifen und das Becken sauber halten, spricht eigentlich nichts gegen viele Blasenschnecken im Aquarium.

Futtermenge = Schneckenpopulation

Je größer das Futterangebot, desto mehr Eier werden produziert. Vermehren sich die Schnecken zu stark, sollte das Futterangebot reduziert werden.

Ernährung und Futter

Sehr abwechslungsreich sieht der Speiseplan der Physa sp. nicht aus. Wir Menschen würden uns wahrscheinlich über Eintönigkeit beschweren. Die guten Resteverwerter ernähren sich hauptsächlich von abgestorbenen Pflanzenresten und Detritus.

Das genügt den bescheidenen Tieren, aber sie freuen sich natürlich auch sehr über Schneckenfutter, Garnelenfutter und Gemüse wie Paprika, Hokkaidokürbis, Gurkenstückchen und Zuccinischeiben.

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Vergesellschaftung

Die Adjektive beweglich, schnell und lebhaft beschreiben die Schnecke treffend. Dennoch ist sie eine überaus friedliebende Aquariumbewohnerin und kann mit anderen Schnecken, Garnelen und Fischen vergesellschaftet werden.

Vorsicht ist aber bei einigen Fischarten gegeben. Kugelfische, Buntbarsche und Prachtschmerlen fressen die Schnecken hemmungslos.

Kein harmonisches Zusammenleben ist auch mit Zwergflusskrebsen und Langarmgarnelen möglich. Für diese Tiere ist es ein Kinderspiel, das dünne Gehäuse der Blasenschnecke zu knacken. Ab und zu machen sie sich gar nicht die Mühe, sondern ziehen die Schnecken einfach aus dem Gehäuse heraus.

Überpopulation von Blasenschnecken

Da die Blasenschnecken durch Überpopulation teils auch zu Schneckenplangen führen, setzen manche Aquarianer die schneckenfressenden Aquarienbewohner auch bewusst ein. Hierbei ist insbesondere die Raubschnecke Clea Helena sehr beliebt, welche unter anderem die Blasenschnecken wie im folgenden Video zu sehen mit ihrem Rüssel aussaugen.

Erkrankungen

Arttypische Erkrankungen wurden bis jetzt nicht beobachtet. Bei optimalen Haltungsbedingungen wird die Schnecke ungefähr ein Jahr alt.

Blasenschnecken online kaufen

Die Schnecken können ohne Probleme online gekauft werden. Perfekt verpackt kommen die Tierchen wohlbehalten in ihrem neuen Zuhause an und beginnen sofort mit ihrer Arbeit, das Aquarium zu reinigen.

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