Steht in Printmedien oder bei Onlinenachrichten vor der eigentlichen Schlagzeile Breaking News, dann weiß man, dass es sich um einen besonders interessanten, aufregenden oder ungewöhnlichen Bericht handelt.

Was hat das jetzt aber mit Fischen zu tun? Was muss ein Fisch machen, damit er eine Schlagzeile verursacht? Fischliebhaber wissen bereits, worum es sich handelt. Richtig, um einen ganz speziellen, faszinierenden Fisch, und zwar den Kugelfisch.

Es ist traurig, wenn der Kugelfische in der Zeitung erwähnt wird, denn dann ist meistens ein Mensch gestorben. Es kommt zum Glück nur selten vor, aber ein falsch zubereiteter Kugelfisch, der in China und Japan als Delikatesse gilt, führt zu tödlichen Vergiftungen.

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Goldringelkugelfisch im Aquarium

Davor brauchen sich Aquarianer nicht zu fürchten. Immerhin pflegen sie ihre einzigartigen Kugelfische im Aquarium und diese würden niemals am Teller landen.

Wie kam der Kugelfisch zu seinem Namen?

Die Kugelfische erhielten ihre Namen aufgrund der Tatsache, dass sie sich bei Gefahr aufblasen können und dann wie eine große Kugel aussehen. Die Fische gehören der Tetraodon-Familie an und sind leicht von den Igelfischen, Diodontidae, zu unterscheiden, und zwar durch ihre Schuppen und Zähne.

Kugelfische haben glatte Schuppen und vier Zähne, zwei oben und zwei unten. Die Zähne sind sehr kräftig und werden zum Aufbrechen von Schalentieren benutzt. Igelfische haben nur ein einziges Paar Zähne, einen oben und einen unten.

Wie funktioniert das Aufblasen?

Das Aufblasen wird durch Luft- oder Wasseraufnahme erzielt. Dabei gibt es jedoch Unterschiede. Nicht jeder Kugelfisch bläst sich vollkommen auf. Die in unseren heimischen Süßwasseraquarien anzutreffenden Fische gehören zu den Tetraodon-Arten und diese blasen ihren Körper vollständig auf.

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Aufgeblasener Salzwasserkugelfisch

Die Vertreter der Canthigaster-Arten, die Spitzkopfkugelfische, können sich hingegen nur teilweise aufblasen. Früher wurden die Spitzkopfkugelfische als eigenständige Fischfamilie betrachtet. Heute gelten die auch als Krugfische bezeichneten Tiere als Untergattung der Kugelfische.

Provoziertes Aufblasen

Das Aufblasen ist ein spektakuläres Schauspiel. Aber niemals darf der Fisch dazu gebracht werden, da es dem Tier großen Stress bereitet.

Heimat der Kugelfische

Die Fische leben in Asien, Afrika und Südamerika. Spannend ist, wie vielfältig der natürliche Lebensraum des Kugelfischs ist. So gibt es Arten, die im Süßwasser leben, und Arten, die jedoch nur im Salz- oder Brackwasser leben.

Dann gibt es Arten, die als Jungtiere im Brackwasser anzutreffen sind und als adulte Fische ins Süßwasser wandern. Umgekehrt funktioniert es genauso. Manche Fischarten leben einige Zeit im Süßwasser und erst später im Meerwasser.

Kugelfische für reine Süßwasseraquarien

Die Kugelfische im Aquarium dürfen als einzigartig beschrieben werden. Es gibt weltweit höchstwahrscheinlich keinen Aquarianer, der bei diesen Fischen nicht ins Schwärmen gerät. Das verwundert nicht, denn es sind ganz besondere Unterwasserbewohner.

Es muss aber schon ehrlich gesagt werden, dass sich die meisten Kugelfischarten für Neueinsteiger in die Aquaristik nicht eignen. Die Haltung ist alles andere als einfach, Fachwissen und Erfahrung müssen für eine artgerechte Haltung vorhanden sein.

Eine Ausnahme bildet der Erbsenkugelfisch, welcher durchaus von Anfängern gehalten werden kann. Und eine Ausnahme ist auch der Grüne Kugelfisch. Er wird nach wie vor als Süßwasserfisch empfohlen, doch das stimmt nicht. Er fühlt sich in einem Brackwasseraquarium viel wohler und hat im Süßwasserbecken eine deutlich geringere Lebenserwartung.

Aquarium

Kugelfische brauchen ein großes Aquarium. Mit Ausnahme des kleinen Erbsenkugelfischs werden die Tiere sehr groß. So erreicht beispielsweise der Goldringelkugelfisch eine Körpergröße von bis zu 70 Zentimeter und kann im Erwachsenenalter sechs bis sieben Kilogramm auf die Waage bringen.

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Großer Goldringelkugelfisch

Ein Aquarium kann nie zu groß sein. Natürlich hätten alle Aquarianer gerne sehr große Becken, doch dieser Wunsch scheitert meistens an dem eingeschränkten Platzangebot. Dennoch muss das Aquarium für die Haltung von Kugelfischen eine Mindestgröße haben.

Mindestaquariengröße für Kugelfischart

  • Erbsenkugelfisch: mindestens 54 Liter
  • Augenfleck Kugelfisch: mindestens 100 Liter
  • Fetzenkugelfisch: mindestens 200 Liter
  • Brauner Kugelfisch: mindestens 250 Liter
  • Mekong Kugelfisch: mindestens 450 Liter
  • Goldringelkugelfisch: mindestens 1000 Liter

Es gibt zwar keine genaue Formel, wie viele Fische pro Liter Wasser gehalten werden können. Als Richtwert kann man jedoch empfohlen, dass zum Beispiel in einem Becken mit 54 Liter Fassungsvermögen, zwei Erbsenkugelfische leben können. Ein 1000 Liter Becken ist ein guter Lebensraum für ein bis zwei Goldringelkugelfische.

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Zwei Erbsenkugelfische im Aquarium

In vielen Aquarien leben fleißige Helfer. Es gibt Garnelen, Schnecken und Fische, die mit Leidenschaft Algen und Futterreste vertilgen und damit das Becken sauber halten. Ganz anders sieht es bei den Kugelfischen aus. Das Aquarium muss mit einem wirklich guten Filter ausgestattet sein, denn die Fische produzieren beim Füttern große Mengen an Unrat.

Obwohl die Kugelfische immer auf Kampf aus sind, sind sie, vor allem zu Beginn, sehr schreckhaft. Deshalb ist es wichtig, dass es im Aquarium viele Versteckmöglichkeiten gibt. Optimal sind eine dichte Bepflanzung und Steine sowie Wurzeln.

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Zwergspeerblatt auf Wurzel

Welche Wasserpflanzen ins Becken kommen, entscheidet der Aquarianer. Den Fischen sind die Pflanzen egal und werden von ihnen in Ruhe gelassen. Natürlich sollten die Pflanzen robust sein. Die Fische werden groß, sind schwimmfreudig und aktiv.

Feinfiedrige Pflanzen würden nicht lange überleben. Zu empfehlen sind hartblättrige Wasserpflanzen, wie beispielsweise die Riesensumpfschraube, Vallisneria gigantea.

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Als Bodensubstrat eignet sich feiner Sand oder Kies. Die Fische graben sich gerne in den Sand ein und warten auf Beute.

Wasserwerte

Die Wasserwerte variieren je nach Kugelfischart. Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass die Fische hohe Wassertemperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius bevorzugen. Auch beim pH-Wert sowie bei der Gesamthärte gibt es geringe Abweichungen, aber ein pH-Wert von 6,0 bis 8,5 sowie eine Gesamthärte von 10 bis 30°dGH ist optimal.

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Fetzenkugelfisch bei guten Haltungsbedingungen

Fortpflanzung

Die Zucht im Aquarium ist extrem schwierig bis nicht möglich. Fetzen- und Goldringelkugelfische lassen sich im Becken nicht züchten. Ob sich der Augenfleck Kugelfisch im Aquarium vermehrt, ist nicht bekannt. Gelegentlich sorgt der Mekong Kugelfisch für Nachwuchs.

Stimmen die Haltungsbedingungen, gibt es Erbsenkugelfischbabys im Becken. Zwar glückt die Zucht im Becken, aber ganz leicht ist es nicht, bis der Nachwuchs bestaunt werden kann. Damit die Erbsenkugelfische laichen, muss die Wassertemperatur sowie das Nahrungsangebot erhöht werden.

Gleichzeitig müssen feinfiedrige Wasserpflanzen, am besten Javamoos, im Becken vorhanden sein. In diese Laichnester werden winzige Eier, die nur einen Millimeter groß sind, gelegt. Nach ungefähr einer Woche schlüpfen die Larven. Vorausgesetzt, die Fische haben ihren Laich nicht gefressen, was sie leider oft und gerne tun.

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Ernährung und Futter

Kugelfische fressen viel und gerne. Ganz oben auf dem Speiseplan stehen Schnecken. Die Fische können durchaus mit der Raubschnecke Clea Helena verglichen werden. Die Raubschnecke wird oft ins Becken gesetzt, um einer Schneckenplage Herr zu werden. Dabei wird aber vergessen, dass die Raubschnecke auch ernährt werden muss, wenn keine Schnecken mehr vorhanden sind.

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Raubschnecke Clea Helena im Aquarium

Einige Kugelfische lehnen anderes Futter ab, einige Tiere akzeptieren lebende Mückenlarven, Wasserflöhe, Mehlwürmer und Artemia.

Trotzdem muss beachtet werden, dass auch jene Kugelfische, die anderes Futter akzeptieren, unbedingt Schnecken zum Fressen brauchen. Der Grund dafür ist, dass die Zähne der Fische ein ganzes Fischleben lang wachsen.

Zähne der Kugelfische

Werden die Zähne durch die harte Schale der Schnecke nicht abgewetzt, werden sie sehr lange und die Fische können nicht mehr fressen. Aufgrund der dadurch entstehenden Maulsperre verhungern die Fische.

Sehr wählerisch sind die Fische nicht. Ganz nach dem Motto Schnecke ist Schnecke, werden alle Häuschenträger gefressen. Natürlich spielt die Größe der Schnecke eine Rolle. Die kleinen Erbsenkugelfische können nur kleine Schnecken vertilgen, während große Fische sich an größere Schnecken heranwagen.

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Die Fische erinnern an Zirkustiere. Sie können trainiert und nach einiger Zeit mit der Pinzette gefüttert werden. Bei der Fütterung und beim Wasserwechsel ist aber Vorsicht geboten. Alle Kugelfischarten beißen und selbst ein Biss der kleinen Erbsenkugelfische ist sehr schmerzhaft.

Da die Kugelfische zutraulich werden, ist die Verlockung sehr groß, die Tiere zu streicheln. Zu empfehlen ist das aber nicht, denn sie beißen erbarmungslos zu.

Vergesellschaftung

Kugelfische gehören in ein Artenbecken. Sie sollten nicht mit anderen Fischen, Garnelen oder Zwergkrebsen vergesellschaftet werden, da sie immer versuchen werden, diese zu fressen.

Es gibt zwar immer wieder Berichte darüber, dass die Tiere im Gesellschaftsbecken mit größeren Fischen gehalten werden können, dennoch sollten sie im Artenbecken untergebracht werden. Auch wenn sich andere Fische verteidigen können, das ständige zupfen und anknabbern der Flossen ist für die Mitbewohner qualvoll.

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Brauner Kugelfisch im Artenbecken

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Häufige Fragen:

Wie alt werden Kugelfische im Aquarium?

Bei artgerechter Haltung erreichen die Fische ein stolzes Alter von 10 bis 12 Jahre. Die Erbsenkugelfische werden jedoch nur zwei bis maximal vier Jahre alt.

Was kostet ein Kugelfisch?

Der Preis hängt von der Fischart ab. Je nach Anbieter sind beispielsweise für Erbsenkugelfische 7 bis 10 Euro, für einen Mekong Kugelfisch rund 100 Euro und für einen Goldringelkugelfisch zwischen 200,00 bis 250,00 Euro zu bezahlen.
Die Fische dürfen als Rarität unter den Zierfischen bezeichnet werden.

Im Zoofachgeschäft um die Ecke sind sie nicht oder nur sehr selten erhältlich. Eine gute Alternative ist der Onlinehandel, der einen fachgerechten Versand anbietet. Außerdem gibt es online immer wieder Aktionen und die entzückenden Unterwasserbewohner können verbilligt gekauft werden.

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