Steckbrief +-
max. Größe: 3,0cm
3,0cm
Haltung: einfach
Zucht: einfach
Wassertemp.: 18-30 °C
Wasserwerte: PH: 7,0-8,5 pH
GH: 5-25 °dH
KH: <20 °dGH

Allgemeines

Das Wort Raubschnecke wird von vielen Menschen mit Negativem assoziiert. Doch so stimmt das nicht. Es entspricht zwar der Wahrheit, dass die kleinen Räuber andere Schnecken fressen, aber es gibt auch zahlreiche Mitbewohner im Aquarium, die von der Raubschnecke in Ruhe gelassen werden.

Aquarianer haben zwei Gründe, warum sie die Clea helena im Aquarium halten. Der Hauptgrund ist oftmals, dass sie eine Schneckenplage bekämpfen soll, des weiteren besticht die Raubschnecke jedoch auch mit ihrem attraktiven Aussehen. Die Raubschnecke ist ein Highlight in jedem Becken.

Kurzporträt

Viele Namen, eine Schnecke. Die Clea helena, früher als Anentome helena bezeichnet, ist in der Aquaristik auch unter den Namen Raubturmdeckelschnecke oder von ihrem lateinischen Namen abgeleitet, als Helene bekannt.

Die Schnecke wird im Durchschnitt 1,5 bis 2 Zentimeter groß, wobei es aber auch viele Exemplare gibt, die eine Körpergröße von drei Zentimeter erreichen. Das Gehäuse kann einfarbig oder mehrfarbig sein. Die meisten Raubschnecken besitzen ein bräunliches Haus. Das Schneckenhaus ist jedoch in der Regel nicht unifarben, sondern variiert und es dominieren die Farben Gelb und Beige.

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Elfenbeinfarbige Clea Helena

Es ist nicht nur die auffällige Färbung, die die Schnecke zu so einem faszinierenden Aquariumbewohner macht. Es ist auch die Form des Hauses, die mehr als beeindruckend ist. Das Gehäuse ist turmförmig und spitz zulaufend. Charakteristisch und ebenfalls sehr auffällig ist ein besonderes Merkmal, das die Raubschnecke besitzt. Es handelt sich dabei um ihren Rüssel.

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Rüssel der Clea Helena Raubschnecke

Alle diese Merkmale beweisen, dass die Clea helena eine ganz besondere Schnecke ist, die nicht nur bei Aquarianern für Begeisterung sorgt.

In ihrer ursprünglichen Heimat Thailand, Indonesien und Malaysia lebt die Schnecke sowohl in fließenden als auch in stehenden Gewässern.

Historisches und Wissenswertes

In Europa wurde die Raubschnecke 2006 zum ersten Mal beobachtet. Seit 2008 ist sie eine beliebte Aquarienschnecke.

Die Clea helena jagt gerne während der Nachtstunden. Obwohl jagen stimmt nicht ganz. Die Raubschnecke bevorzugt, anders als ihr Name vermuten lässt, eine eher ruhende Lebensweise. Sie verfolgt nicht wirklich ihre Beute, sondern wartet ab, bis das Opfer in Reichweite kommt. Die Schnecke gräbt sich dazu in den Sand oder feinen Kies ein, streckt ihren Rüssel weit nach vorne und wartet auf Beute.

Wenn sich ein künftiges Opfer nähert, muss sich die Schnecke schon etwas bewegen. Das tut sie auch und umschließt mit ihrem kräftigen Fuß das Opfer. Genauer gesagt, umklammert sie ihre Beute. Die Raubschnecke hat Kraft und kann sogar größere Schnecken samt Deckel bezwingen.

Hat sie ihre Beute umklammert, fährt die Raubschnecke ihren Giftrüssel aus, sticht zu und lähmt das Opfer, bevor sie es aussaugt.

Bei höheren Primaten, wie beispielsweise uns Menschen, sind die Organe, die chemische Reize wahrnehmen können, nicht so gut entwickelt wie die visuellen Sinnesorgane, das heißt die Augen.

Bei der Raubschnecke dagegen sind die Organe, die chemische Reize empfangen, besser ausgebildet als die Augen. Das ist auch notwendig, denn Schnecken, die sich im Sand eingraben oder im Schlamm leben, wären benachteiligt, wenn sie sich nur auf ihre Augen verlassen müssten. Indem sie chemische Reize wahrnehmen, wissen die Schnecken jedoch immer, was in ihrer unmittelbaren Umgebung stattfindet, auch wenn das Wasser durch den Sand oder Schlamm getrübt ist.

Raubschnecken jagen ohne Sicht

Um Ihre Beute zu finden, setzt die Raubschnecke insbesondere ihre stark ausgeprägten Organe ein, welche die chemische Reize sehr sensible wahrnehmen können.

Atmung

Das Luftholen der hübschen Clea helena erfolgt über eine Lungenatmung. Deshalb muss die Schnecke an die Wasseroberfläche kommen und sie trägt ihr Atemrohr stets vorweg.

Das optimale Aquarium

Die Schnecke stellt keine hohen Ansprüche an das Aquarium. So wie wir Menschen oft höflich mit „Nein, danke“ antworten, so genügsam und bescheiden ist auch die Clea helena. Doch würde sie ihre Wünsche wirklich äußern können, sie würde sich Steine, Kokosnussschalen, Wurzeln sowie feinen Bodengrund wünschen.

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Die Steine und Schalen verwendet die Raubschnecke gerne zum Sitzen und als Versteck. Wasserpflanzen braucht die Schnecke nicht, sie gehören aber zu jedem Aquarium einfach dazu. Die Schnecke interessiert sich für die Pflanzen nicht und lässt sie in Ruhe.

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Raubschnecke lauert auf Stein

Wasserwerte

Die Raubschnecke ist anpassungsfähig und nimmt es mit den Wasserwerten nicht so genau. Sie verträgt eine Wassertemperatur von 18 bis 30 Grad Celsius. Empfohlen wird ein pH-Wert von 7,0 bis 8,5, eine Gesamthärte von 5 bis 25°dgH sowie eine Karbonhärte bis 20°dKH.

Ausreichende Wasserhärte

Das Wasser darf nicht zu weich sein. Es könnten Gehäuseschäden auftreten.

Fortpflanzung

Die Raubschnecke ist getrenntgeschlechtlich, Männchen und Weibchen sind jedoch äußerlich nicht zu unterscheiden. Die Schnecken paaren sich und das Männchen gibt seine Spermien an das Weibchen ab.

Die weibliche Schnecke legt ihre Eier an harten Oberflächen ab. Die Eier sind viereckig und nur ungefähr zwei Millimeter groß. Wann die Jungschnecken schlüpfen hängt von der Wassertemperatur ab. In der Regel dauert es zwei bis fünf Wochen, bis die Babyschnecken schlüpfen.

Ernährung und Futter

Die Raubschnecke frisst andere Schnecken, die im Aquarium leben. Ihre Artgenossen bleiben aber verschont, auf ihren Speiseplan stehen hauptsächlich Posthorn- und Blasenschnecken. Sie sagt aber zu toten Fischen, Futterresten und Eiern von anderen Schnecken nicht nein.

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Beliebte Blasenschnecke

Ein ehrliches Wort zur Ernährung

Wer Raubschnecken im Aquarium hält, muss sich bewusst sein, dass andere Schnecken gefressen werden. Auch jene Schnecken, die dem Besitzer vielleicht große Freude bereiten. Zwar kann eine Überpopulation an Schnecken verhindert werden, aber sollen nicht alle Schnecken gefressen werden, muss die Raubschnecke in ein anderes Becken umgesetzt werden.

In der Fachliteratur wird beschrieben, dass eine Clea helena pro Tag eine andere Schnecke frisst. Erfahrungen zeigen jedoch, dass die Schnecke nicht jeden Tag nach Beute sucht. Aber vier Schnecken pro Wochen fallen ihr schon zum Opfer.

Wieviel frisst eine Clea helena

Eine Clea helena frisst im Schnitt etwa 4 Schnecken pro Woche

Es gibt auch zahlreiche Aquarianer, die erzählen, dass die Schnecke Garnelen tötet. Hier gehen die Meinungen sehr auseinander, so richtig beweisen konnte das bis jetzt niemand. Wenn die Schnecke dabei beobachtet wird, dass sie an einer Garnele knabbert, dann war diese entweder bereits tot oder sehr krank und schwach. Gesunde, aktive Garnelen lassen sich nicht fangen, sie sind viel zu schnell.

Raubschnecken können ebenso auch im Artbecken gehalten werden. Hierbei sollten Sie mit Futterschnecken ernährt werden.

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Da ihr Futter aber aus Eiweiß bestehen muss. Kann können die Raubschnecken zudem auch mit Proteinfutter ernährt werden. Es ist jedoch zu betonen, dass eine reine Proteinfütterung nicht artgerecht ist. Die Schnecke sollte sich ihre Nahrung auch selbst fangen dürfen, so dass sich das Proteinfutter insbesondere zur Zufütterung eignet.

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Ernährung der Clea Helena

Neben Schnecken frisst die Raubschnecke auch Proteinfutter, so dass sich dieses insbesondere zur Zufütterung eignet

Vergesellschaftung

Eine Vergesellschaftung mit Muscheln, Garnelen und Fischen, vorausgesetzt die Fische fressen die Schnecke nicht, ist kein Problem. Und den Rest kennen wir schon. Andere Schnecken sind das Lieblingsgericht der Clea helena.

Erkrankungen

Spezielle Erkrankungen wurden bis jetzt nicht beobachtet. Leben Skalare im Aquarium ist Vorsicht geboten. Diese Fische verletzen oft das Saugrohr der Clea helena und die Schnecke stirbt.

Bei guten Haltungsbedingungen wird die Schnecke drei bis fünf Jahre alt.

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Expertentipp

Die Haltung der Schnecke ist nicht schwierig, aber vor dem Kauf muss man sich gut überlegen, was man macht, wenn keine Schnecken mehr im Becken vorhanden sind.

Als verantwortungsvoller Aquarianer muss man sich überwinden und neue Schnecken bestellen, obwohl man weiß, dass diese, meist sehr hübschen Tiere, nur eine willkommene und notwendige Nahrungsquelle sind.

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