Wer kann diesen netten Gästen eigentlich widerstehen? Schnecken im Aquarium werden immer beliebter. Was nicht weiter verwundert, sind doch die attraktiven Weichtiere mit Eigenheim nicht nur optisch eine Bereicherung im Becken, sondern auch noch nützliche Zimmernachbarn für Garnelen und Fische.

Stellt sich nur die Frage, welche Schnecken passen perfekt in die bereits vorhandene oder neu angelegte Unterwasserwelt.

Die wunderbare Schneckenwelt

Die Welt der Schnecken ist groß und vielfältig. Ob kleine Blasenschnecken, beeindruckende Apfelschnecken oder nützliche Turmdeckelschnecken, dem Aquarianer stehen unterschiedliche Schneckenarten zur Auswahl.

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Haarige Turmdeckelschnecke

Leider können jedoch nicht alle bezaubernden Arten einziehen. Zwar sind die meisten Schnecken recht pflegeleichte und genügsame Mitbewohner, trotzdem müssen ihre artspezifischen Bedürfnisse beachtet werden.

Trotz ihrer großen Anpassungsfähigkeit muss das Aquarium einige Grundvoraussetzungen erfüllen, damit sich die Häuschenträger wohlfühlen.

Welche Schnecke soll es sein?

Neben den ganzen Entscheidungen über die Schneckenart und das Aussehen der Weichtiere muss natürlich zuerst eine Entscheidung über die Art des Aquariums getroffen werden. Immerhin können Schnecken sowohl im Artenbecken, im Gesellschaftsbecken oder auch in einem Kaltwasserbecken gehalten werden.

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Posthornschnecken im Artaquarium

Außerdem gibt es Schneckenfamilien, die sich für Einsteiger in die Aquaristik gut eignen, da sie relativ robust sind. Andere Schnecken hingegen sind etwas heikel und brauchen daher einen höheren Pflegeaufwand.

Wer Schnecken züchten möchte, entscheidet sich für Mitglieder einer Familie, die für ihre Fortpflanzungsfreudigkeit bekannt ist, beispielsweise die Paradiesschnecke.

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Wer keinen Nachwuchs möchte, gibt beispielsweise der Geweih- oder Batmanschnecke ein neues Zuhause, diese Schnecken vermehren sich im Aquarium nicht.

Übersicht Schnecken ohne Nachwuchs:

Doch bevor es Jungschnecke gibt, müssen die adulten Schnecken erst einmal ein Zuhause haben. Nach wie vor am beliebtesten ist das Gesellschaftsaquarium, das im Grunde keine spezielle Technik hat. Fische, Garnelen und Schnecken leben friedlich miteinander. Wichtig ist dabei nur, dass für alle Bewohner die gewählten Umweltbedingungen, wie beispielsweise die Wassertemperatur, stimmen.

Fische fühlen sich wohl mit dem richtigen Aquariumfilter
Typisches Gesellschaftsbecken

Im Gesellschaftsbecken gut aufgehoben sind zum Beispiel die Bienenschnecken oder die Teufelsdornschnecke. Ebenso empfiehlt es sich auch die für den Bodengrund so nützlichen Turmdeckelschnecken im Gesellschaftsbecken zu haben.

Empfohlene Schnecken fürs Gemeinschaftsbecken:

Diese Schnecken lieben ihre Wohngemeinschaft und fast könnte man meinen, je mehr Trubel im Becken, desto wohler fühlen sie sich.

Ganz anders sieht es jedoch bei der Zebra Rennschnecke, der Roten Rennschnecke, der Tattooschnecke oder der Posthornschnecke aus. Diese Schnecken eignen sich für ein Artenbecken.

Erstens kommt ihre Schönheit viel besser zur Geltung und zweitens legen diese Tierchen zudem keinen großen Wert auf eine Vergesellschaftung.

Empfohlene Schnecken fürs Artenbecken:

Das Kaltwasseraquarium

Kaltwasser bedeutet unbeheizt, also eine Temperatur von ungefähr 14 bis 20 Grad Celsius, die für einige Aquarienschnecken ausreichend ist.

Dies gilt für die Zebra Rennschnecke, die Sumpfdeckelschnecke und die Donauflussdeckelschnecke, die sich um die 18 Grad Celsius wohlfühlen.

Empfohlene Schnecken fürs Kaltwasserbecken:

Die schöne Helena

Ein Sonderfall ist die Raubschnecke Clea Helena. Sie wird oft im Artenbecken gehalten, weil sie, wie der Name schon vermuten lässt, andere Schnecke frisst.

Es kann immer wieder nur betont werden, dass dies nicht tiergerecht ist. Die imposante Schnecke muss sich ihre Nahrung selbst fangen können, auch wenn dadurch die anderen Schnecken geopfert werden müssen.

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Schnecken sind nützlich

Schnecken werden gerne als die Gesundheitspolizei im Aquarium bezeichnet. Noch besser wäre die Bezeichnung Reinigungstrupp, denn die hübschen Tiere halten das Becken richtig sauber.

Gut, man könnte sie auch als Gärtner bezeichnen. Warum die Schnecken diese Namen bekommen? Weil sie Algen vernichten, den Boden umgraben und dadurch lockern und weil sie das Becken sauber halten, indem sie abgestorbene Pflanzenteile oder tote Fische fressen.

Kleine Algenkunde

Nicht jeder Algenbefall kann sofort erklärt werden, manchmal braucht es Zeit und eine genaue Erforschung. Alles kein Problem, wenn hilfsbereite Schnecken im Becken leben und dafür sorgen, dass das Algenproblem schnell und unkompliziert gelöst wird.

Immerhin stehen bei den Hausträgern Algen ganz oben auf dem Speiseplan. Aber welche Algen gibt es und wie sehen diese eigentlich aus?

Grünalgen, Chlorophyten:

gruenalgen

Grünalgen stehen Pflanzen recht nahe, daher sind ihre Stoffwechselprodukte eher ungefährlich.

Erscheinungsbild: runde, dunkelgrüne Flecken auf den Aquarienscheiben, grüne Fäden oder pelzig dicht wachsend

Mögliche Ursachen: Nährstoffüberschuss, schlechter Pflanzenwuchs

Rotalgen, Rodophyten

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Aquarianer fürchten das Auftreten von Rotalgen, da ihr Wachstum sehr komplex ist.

Erscheinungsbild: grüne, krause, verzweigte Fäden, die in Spiritus eingelegt rot werden, wie zum Beispiel die Grünen Pinselalge oder kurze Büschel mit dunkler Farbe wie bei der Dunklen Pinselalge

Mögliche Ursachen: Nährstoffüberschuss, falsche oder zu alte Beleuchtung, Sauerstoffüberschuss

Blau- oder Schmieralgen, Cyanobakterien

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Blaualgen breiten sich extrem schnell aus.

Erscheinungsbild: bläulich, schmieriger Überzug auf jedem Untergrund

Mögliche Ursachen: Nährstoffbelastung, schlechter bis kein Pflanzenwuchs, wenig Wasserwechsel

Kieselalgen, Diatomeen

kieselalgen

Die mechanische Entfernung, beispielsweise von Glasscheiben, ist sehr schwierig.

Erscheinungsbild: gleichmäßiger, brauner Überzug auf allen Untergründen

Mögliche Ursachen: große Mengen Silikate im Leitungswasser, schlechter Pflanzenwuchs

Das optimale Aquarium für die Schnecken

Ist die Entscheidung gefallen, welche Schnecken in welches Becken einziehen sollen, geht es an das Einrichten der Unterkunft.

Schnecken sind anspruchslos. Als Bodengrund eignet sich Sand oder feiner Kies.

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weißer Aquariensand

Dann noch Steine, Wurzeln und Pflanzen, schon ist das neue Zuhause fertig.

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Steine als Plateau
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Ausbruch der Schnecken

Nicht vergessen: Schnecken gehen gerne auf Wanderschaft und verlassen, sobald sie nur irgendwie können, das Becken. Eine Abdeckung oder eine Schneckensperre ist dringend anzuraten.

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Schnecken Schranke

Je nach Schneckenart gibt es kleine Unterschiede bei der Gestaltung und der Größe des Aquariums.
So kann die Stahlhelmschnecke mit ihrer Größe von 2,4 bis 4 Zentimeter bereits in einem Becken ab 20 Liter Fassungsvermögen gehalten werden.

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Die Paradiesschnecke mit einer Körpergröße von 6 bis 7 Zentimeter benötigt hingegen ein Becken ab 60 Liter.

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Auch bei der Technik muss auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Schneckenarten Rücksicht genommen werden. Die Donauflussdeckelschnecke liebt ein dicht bepflanztes Becken, aber keine Strömung. Ein Bodenfilter oder auch ein Hamburger Mattenfilter mit breitem Ausströmrohr sind daher zu empfehlen.

Die Stahlhelmschnecke freut sich über einen Innenfilter mit Strömung und verzichtet gerne auf Dekorationsgegenstände. Sie will eine freie Bodenfläche, weil sie auf Algensuche weite Strecken zurücklegt.

Für gesunde, aktive Schnecken spielt die Wassertemperatur eine entscheidende Rolle. Es lohnt sich, vor dem Kauf genau herauszufinden, bei welcher Temperatur sich welche Schnecke wohlfühlt. Die Spanne ist nämlich sehr groß.

Die Zebra Apfelschnecke braucht keine Heizung und ist mit 18 Grad Celsius zufrieden.

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Die Donnerkeil Schnecke hingegen liebt eine Wassertemperatur um die 30 Grad Celsius, so dass das Aquarium beheizt werden muss.

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Auf eine gute Nachbarschaft

Garnelen, Fische und Krebse, im Gesellschaftsbecken ist immer was los. Doch wer harmoniert und wer bildet keine gute Wohngemeinschaft?

Eine Vergesellschaftung ist mit fast allen Fischen und anderen Wirbellosen möglich. Ausnahmen bestätigen die Regel und das gilt auch in der Unterwasserwelt. Schmerlen, Kugelfische, Flusskrebse sowie die Raubschnecke Helena, welche die Schnecken als Delikatesse betrachten.

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Wissenswertes

Immer wieder taucht die Frage auf, wie viele Schnecken überhaupt im Aquarium leben sollen. In ihrer natürlichen Heimat leben Schnecken immer in größeren Verbänden.

Umso wichtiger ist es, dass die schönen Tiere in kleinen Gruppen gehalten werden. Fünf bis sieben Schnecken sollten es schon sein. Vor allem dann, wenn die Zucht gelingen soll.

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Gruppe rosa Posthornschnecken

Da sich die meisten Schnecken äußerlich kaum unterscheiden, ist man bei der Zucht mit einer kleinen Gruppe an Schnecken auf der sicheren Seite. Dann sind höchstwahrscheinlich männliche und weibliche Tiere vorhanden.

Ausnahmen sind die Schlammschnecken und die Pianoschnecke. Während sich die Schlammschnecke nur in sehr großen Gruppen wohlfühlt, reicht es der Pianoschnecke wenn sie paarweise oder zu dritt gehalten wird.

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