Können Fische kugelförmig sein und gibt es unter den Wasserbewohnern Tiere, die nicht gut schwimmen können? Auch wenn die Frage auf den ersten Blick wie eine Scherzfrage klingt, handelt es sich um keine. Vielmehr handelt es sich um einen faszinierenden Aquarienbewohner, und zwar um den Erbsenkugelfisch, Carinotetraodon travancoricus.

Die vielfältigen Kugelfische

In fast allen tropischen Gewässern leben Kugelfische. Knapp 200 Arten dieser speziellen Unterwasserbewohner sind bekannt. Einige Fische werden sogar über einen Meter lang und eignen sich deshalb nicht für heimische Aquarien. Einige Arten leben im Meer- oder Brackwasser, einige Vertreter sind jedoch wie gemacht für das Süßwasseraquarium.

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60cm großer Goldringelkugelfisch

Es gibt einen reizenden Fisch aus der großen Familie der Kugelfische, der sich in einem Süßwasserbecken so richtig wohlfühlt. Es ist der Erbsenkugelfisch, der auch unter dem Namen Zwergkugelfisch oder Indischer Zwergkugelfisch bekannt ist. Ein attraktiver Bewohner im Aquarium, etwas quirlig und trotzdem schwimmfaul, etwas zutraulich und trotzdem fordernd, kurz gesagt, ein besonderer Fisch, den man mit anderen Aquarienbewohnern nur schlecht vergleichen kann.

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Erbsenkugelfische im Aqiarum

Aussehen und Eigenschaften

Indien und Sri Lanka sind die Heimat des Erbsenkugelfisches. In seiner natürlichen Umgebung bevorzugt er ruhige Gewässer. Dort versteckt er sich vor seinen Fressfeinden. Und es klingt etwas unglaubwürdig, aber der Erbsenkugelfisch ist ein schlechter Schwimmer, deshalb bevorzugt er Gewässer ohne starke Strömung, die ihn erbarmungslos mitreißen würde. Optimale Lebensbedingungen findet der kleine Fisch deshalb in stark verkrauten Tümpeln.

Klein und kompakt, so wird der Erbsenkugelfisch in der Literatur beschrieben. Das stimmt, aber ist viel zu banal. Obwohl er nur eine Körpergröße von zwei, maximal drei, Zentimetern erreicht, ist der Carinotetraodon travancoricus ein optisches Highlight im Aquarium. Seine gelbe bis hellgrüne Farbe fällt auf, genauso wie seine markante Zeichnung. Diese Zeichnung ist gar nicht so leicht zu beschreiben. Am ehesten kann sie mit unregelmäßigen Punkten beschrieben werden.

Jeder Aquarianer bevorzugt bestimmte Fischgruppen, doch den Erbsenkugelfisch mögen alle Fischliebhaber. Obwohl er, wie jeder Vertreter aus der Familie der Kugelfische, vier Zähne hat und beim Füttern oder beim Wasserwechsel gelegentlich zubeißt, ist er wirklich süß. Sein kleines Maul und die hervorstehenden Kulleraugen verleihen dem Carinotetraodon travancoricus das entzückende Aussehen.

Dazu kommt die besondere Fortbewegung. Charakteristisch für den Erbsenkugelfisch ist, dass er für das Schwimmen nur seine Brustflossen verwendet, während die Rücken- sowie Schwanzflosse nur für die Stabilisierung verantwortlich sind. Im Aquarium kann der Fisch in alle Richtungen schwimmen, sogar rückwärts, wenn er es will.

So schützt sich der Erbsenkugelfisch vor Feinden

Für größere Fische ist der Erbsenkugelfisch eine willkommene Delikatesse. Um nicht gefressen zu werden, bläst er sich auf. Das wirkt auf die Feinde bedrohlich und sie suchen sich ein anderes Opfer. Doch wie funktioniert das Aufblasen? Der Carinotetraodon travancoricus pumpt Wasser in seinen ausgeweiteten Magen. Für den Fisch sind das Aufblasen sowie das spätere Ablassen des Wassers sehr anstrengend. Deshalb macht er es nur in wirklich extrem bedrohlichen Situationen.

Niemand weiß so genau, wie das Gerücht entstand, aber in einigen Foren wird behauptet, dass sich die Zwergkugelfische nicht aufblasen können. Das stimmt nicht, auch die Winzlinge aus der Familie der Kugelfische blasen sich bei Gefahr auf.

Richtig ist, dass es im Aquarium nie oder nur sehr selten gefährliche Situationen gibt. Deshalb kommt es so gut wie nie zu einem Aufblasen.

Provoziertes Aufblasen

Wichtig ist, niemals den Fisch provozieren, das Aufblasen bedeutet enormen Stress für das Tier.

Aquarium

Erbsenkugelfische sind robuste Tiere, deren Haltung nicht so schwer ist, vorausgesetzt es werden ein paar wichtige Regeln beachtet. Sogar Experten diskutieren immer wieder, ob es sich um einen Anfängerfisch handelt oder ob er nur von erfahrenen Aquarianern gehalten werden sollte.

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Wie bereits erwähnt, werden ein paar Regeln beachtet, ist die Haltung nicht allzu schwer und somit ist der Fisch auch für Neulinge in der Aquaristik interessant. Aber es muss schon ehrlich gesagt werden, der Carinotetraodon travancoricus ist ein Fisch der Gegensätze.

Aufgrund ihrer Größe können Erbsenkugelfische in einem Aquarium ab 54 Liter Fassungsvermögen gepflegt werden. Das Becken sollte so gestaltet werden, dass es der natürlichen Umgebung der Tiere entspricht.

Das bedeutet, auf Strömung sollte verzichtet werden. Wichtig hingegen sind viele Versteckmöglichkeiten. Diese Versteckmöglichkeiten entstehen durch ein sehr dicht bepflanztes Aquarium. Geeignete Wasserpflanzen sind Javamoos und Farne, wie zum Beispiel der Javafarn, Microsorum pteropus.

Wie sieht es jetzt mit den Gegensätzen aus? Erbsenkugelfische sind keine Einzelgänger, aber auch keine geselligen Aquarienbewohner. In einem 54 Liter Becken kann eine kleine Gruppe von drei bis fünf Zwergkugelfische leben. Zwei männliche Fische sind ausreichend. Ist die Anzahl der Männchen höher, kommt es zu Revierkämpfen, bei denen die Fische ganz schön aggressiv werden können.

Noch ein Gegensatz gefällig? Erbsenkugelfische sind manchmal richtige Kavaliere und lassen die Weibchen in Ruhe. Vor der Paarung jedoch jagen sie das Weibchen gnadenlos durch das Aquarium.

Bodengrund

Am besten sollte Sandboden verwendet werden, da sich der Erbsenkugelfisch gerne eingräbt.

Wasserwerte

An die Wasserwerte stellen die Unterwasserbewohner keine besonderen Ansprüche. Sie fühlen sich sowohl in weichem als auch in hartem Wasser wohl. Eine Zugabe von Salz ist nicht notwendig. Erbsenkugelfische lieben warmes Wasser. Optimal sind eine Temperatur von 24 bis 28 Grad Celsius, ein pH-Wert von 6,0 bis 8,0, eine Karbonathärte von 8 bis 15 sowie eine Gesamthärte von 5 bis 15°dGH.

Wasserwechsel

Obwohl die Tiere in Bezug auf die Wasserwerte nicht besonders anspruchsvoll sind, ist Hygiene im Aquarium sehr wichtig. Ein regelmäßiger Wasserwechsel ist unbedingt erforderlich, da nach der Fütterung viele Nahrungsreste im Becken verbleiben und diese das Wasser schnell verschmutzen.

Fortpflanzung

Männliche und weibliche Fische können optisch voneinander unterschieden werden. Die Männchen haben einen schwach ausgeprägten, schwarzen Streifen am Bauch, der erst ab der Geschlechtsreife gut zu erkennen ist.

Bei weiblichen Fischen erkennt man in den schwarzen Punkten sehr, sehr kleine, noch dunklere Punkte, die an menschliche Sommersprossen erinnern.

Man muss jedoch gar nicht die Farbe und die Zeichnung betrachten, männliche Erbsenkugelfische erkennt man schon an ihrem Imponiergehabe. Sie müssen allen anderen Männchen im Aquarium zeigen, wer der beste und größte Erbsenkugelfisch im Revier ist.

Um anderen Männchen zu imponieren, fährt der Fisch seinen Bauchkiel aus und zeigt seine Brustseite. Damit aber nicht genug, die Männchen bewegen sich kreisförmig in Richtung Wasseroberfläche. Dort angelangt, vertreibt ein Männchen das andere Männchen, oder die ganzen Bemühungen waren umsonst, weil beide aufgeben.

Während sich andere Kugelfischarten im Aquarium nicht züchten lassen, gibt es bei den Erbsenkugelfischen doch immer wieder Nachwuchs. Der Laich wird im Javamoos oder an den Farnen abgelegt. Nach dem Schlüpfen ernährt sich der Nachwuchs von Kleinstlebewesen und kann nach ein paar Tagen mit Artemia gefüttert werden.

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Artemia

Ernährung und Futter

Erbsenkugelfische fressen gerne und viel. Und sie sind richtige kleine Feinschmecker. Ganz oben auf dem Speiseplan stehen Schnecken und Lebendfutter, wie zum Beispiel Rote und Weiße Mückenlarven.

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Erbsenkugelfisch frisst rote Mückenlarven

Lebendfutter

Aquarianer, die aus welchen Gründen auch immer, eine Ernährung mit Lebendfutter nicht garantieren könne, sollten auf die Haltung der attraktiven Erbsenkugelfische verzichten.

Aufgrund ihrer kleinen Größe können die Tiere auch nur kleine Schnecken fressen. Aber die Erbsenkugelfische sind ganz schön schlau. Von den großen Apfelschnecken können sie meistens das Gehäuse nicht knacken. Warum das so ist, kann nicht gesagt werden. Wahrscheinlich ist das Schneckenhaus zu groß und zu hart. Die Fische haben einen Trick entwickelt und fressen alle Schneckenteile, die aus der Öffnung herausragen.

Nicht jede Schnecke schmeckt den Erbsenkugelfischen. So wurde beobachtet, dass sie Turmdeckelschnecken nicht besonders gerne mögen, während Spitzschlammschnecken von den Unterwassergourmets bevorzugt werden.

Obwohl die Fische Lebendfutter genüsslich verspeisen, sie müssen mit Schnecken gefüttert werden. Eine Besonderheit der Fische ist, dass ihre Zähne immer wachsen. Nur durch das Knacken der Gehäuse wetzen sich die Zähne ab. Würden die Zähne ungehindert wachsen, kommt es zu einer Maulsperre, der Fisch kann nicht mehr fressen und verhungert.

Überfütterung

Da die Fische gerne und viel fressen, besteht die Gefahr einer Überfütterung. Es reicht, wenn sie nur jeden zweiten Tag gefüttert werden.

Vergesellschaftung

Viele Aquarianer halten ihre Erbsenkugelfische im Artbecken. Das ist vernünftig, denn die kleinen Aquarienbewohner sind manchmal sehr streitlustig. Mit Begeisterung zupfen und knabbern sie an den Flossen ihrer Mitbewohner.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist aber eine Haltung im Gemeinschaftsbecken möglich. Eines jedoch gleich vorweg: Eine harmonische Wohngemeinschaft mit Garnelen und Zwergkrebsen ist nicht möglich, diese Tiere stehen ganz oben auf dem Speiseplan der Fische.

Eine Vergesellschaftung mit anderen Fischen ist möglich, vorausgesetzt es handelt sich um aktive sowie schnell schwimmende Fische und es gibt für alle Bewohner Versteckmöglichkeiten. Die Mitbewohner sollten kurze, feste Flossen haben. Ein Vorteil ist auch, wenn sie größer als die Zwergkugelfische sind. Für ein gemeinsames Leben kommen Bärblinge und Neonsalmler infrage.

Erkrankungen und Lebenserwartung

Die Fische dürfen als robust und nicht krankheitsanfällig beschrieben werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 2 bis 3 Jahre. Es gibt auch Zwergkugelfische, die 4 bis 5 Jahre alt werden, aber nur dann, wenn die Wasserqualität erstklassig und das Futter hochwertig ist.

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Im stationären Fachhandel sind die doch sehr speziellen Zierfische selten bis gar nicht erhältlich. Deshalb empfiehlt sich der Onlinekauf mit fachgerechtem Versand.

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Tipps vom erfahrenen Halter

Die Tiere werden schnell zutraulich und können mit der Pinzette gefüttert werden. Aber Vorsicht, auch wenn sie klein sind, sie beißen und der Biss ist schmerzhaft.

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Handfütterung Erbsenkugelfisch, Achtung Bissgefahr

Sollte es mit dem Nachwuchs nicht klappen, muss die Wassertemperatur erhöht und mehr Futter angeboten werden.

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Häufige Fragen

Können Zwergkugelfische im Nanoaquarium gehalten werden?

Grundsätzlich ja, vorausgesetzt das Nanobecken hat ein Fassungsvermögen von mindestens 50 Liter. Besser ist aber ein größeres Becken, dann können mehr als zwei Fische gehalten werden.

Zwergkugelfische sind zwar sind keine Schwarmfische, aber es sollte immer eine kleine Gruppe von Tieren gemeinsam im Becken gepflegt werden, wobei der Anteil an Weibchen höher sein muss. Ein bis zwei Männchen reichen vollkommen aus, dann ist ein friedliches Zusammenleben möglich.

Wie groß sind die Eier des Zwergkugelfisches?

Die Eier haben eine Größe von 1 bis 1,5 Millimeter und werden von den Elterntieren sowie anderen Fischen gerne gefressen. Damit die Zucht gelingt, müssen die winzigen Eier vorsichtig mit einer Pinzette oder einem dünnen Schlauch abgesaugt und in ein Aufzuchtbecken transferiert werden.

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