Erfahrene Aquarianer müssen nicht überzeugt werden und für zukünftige Liebhaber muss der faszinierende Krebs nicht weiter ein Traum bleiben. Der Krebs als Haustier begeistert und werden ein paar Tipps und Tricks befolgt, gelingt auch den Neueinsteigern die Haltung der interessanten Scherenträger.

Die Größe des Aquariums

Nach oben gibt es natürlich keine Grenzen, aber damit sich die Tiere wohlfühlen und artgerecht gehalten werden, gilt als Faustregel: pro Zentimeter Körpergröße werden zwei Liter Wasser benötigt.

Kurzporträt der beliebtesten Krebsarten im Aquarium

orangefarbene_zwergkrebse_gemeinsam_im_aquariumOrange Zwergkrebs, Cambarellus patzcuarensis

  • wunderschöne Körperfärbung
  • frisst keine Pflanzen
  • gräbt nicht
  • für Einsteiger geeignet
  • ab 50 Liter für ein Krebspärchen

blauer_floridakrebs_futter_fressen_im_aquariumBlauer Floridakrebs, Procambarus alleni

  • friedlich
  • anspruchslos
  • für Anfänger geeignet
  • blau bis lila gefärbt
  • gut verträglich mit kleinen Welsen

rotscherenkrebs_im_aquariumRotscherenkrebs, Cherax quadricarinatus

  • wunderschöne Färbung
  • schöne Musterung
  • wird groß
  • sehr friedlich

galizischer_sumpfkrebs_im_aquariumGalizischer Sumpfkrebs, Astacus leptodactylus

  • robust
  • beige bis hellbraune Färbung
  • charakteristisch sind die langen Scherenfinger
  • Männchen sind größer als Weibchen

Welche Art Aquarium passt für den Krebs?

Das Gesellschaftsbecken

Ausstattungs- und bewohnertechnisch gibt es verschiedene Arten von Aquarien. Eine weit verbreitete Aquarienform ist das Gesellschaftsbecken, das keine spezielle Thematik hat. Beim Gesellschaftsaquarium ist es unerheblich, aus welchem Erdteil die Tiere und Pflanzen stammen, vorausgesetzt sie vertragen die Umweltbedingungen, wie zum Beispiel die Temperatur. Mit einer Wassertemperatur von 22 bis 24 Grad Celsius und einem pH-Wert nahe 7 fühlen sich die gängigsten Wasserpflanzen und eine Vielzahl von Wirbellosen, zu denen der Krebs zählt, sehr wohl.

Das Biotopaquarium

Im Biotopaquarium wird ein ganzer Lebensraum mit seinen natürlichen Bewohnern und Pflanzen nachgestellt. Biotopgerechte Pflanzen sind zum Beispiel Pflanzen aus der Familie der Wasserkelche. Je nach Region entstehen fantastische kleine Unterwasserwelten, in denen sich der Krebs prächtig entwickelt.

Das Artaquarium

Im Artaquarium steht der Krebs im Vordergrund und diese Aquariumform ist eine der häufigsten Unterbringungsmöglichkeiten von Krebstieren. Das Aquarium wird ganz nach den Bedürfnissen der Scherenträger eingerichtet und sofern Pflanzen vorhanden sind, müssen diese nicht aus den gleichen Lebensräumen stammen.

Das Nanoaquarium

Kleine Zwergflusskrebse lassen sich im Nanobecken pflegen.

Verstecke und Rückzugsorte im Aquarium

Der Krebs ist ein Einzelgänger. Werden mehrere Tiere im Becken gehalten, versuchen die Tiere, so gut es in dem begrenzten Aquarium möglich ist, sich aus dem Weg zu gehen. Auf Stress reagieren Krebse empfindlich und deshalb ist es für eine artgerechte Haltung wichtig, nicht zu viele Krebstiere gemeinsam zu halten. Können sich die Tierchen verstecken, herrscht meist eine entspannte Stimmung im Becken.

Krebse im Gemeinschaftsaquarium

Grundsätzlich können Krebse mit vielen friedlichen Fischen gemeinsam gehalten werden. Eine Vermehrung des Krebs bleibt jedoch in Gegenwart von Fischen meist aus. Für ein friedliches Miteinander eignen sich aber nur klein bleibende Scherenträger, wie beispielsweise der sehr beliebte orange Zwergkrebs, für die Vergesellschaftung und auch die Fische, wie etwa Salmler, Zwergschmerlen oder Zwergbärblinge, müssen friedliebend und klein bleiben.

Orange-Zwergkrebs

Der Orange-Zwergkrebs lässt sich sehr gut mit klein bleibenden, friedliebenden Fischarten vergesellschaften.

Große Krebse im Geselschaftbescken

Krebstiere mit einer Körpergröße von über sechs Zentimeter, zum Beispiel der Blaue Floridakrebs, der zehn Zentimeter groß werden kann, eigenen sich nicht für eine Vergesellschaftung mit Fischen, da diese größeren Krebstiere meist Fischräuber sind und auch die Wasserpflanzen in kurzer Zeit aufgefressen haben. Große Krebstiere werden in speziellen Artenbecken gehalten.

Die richtigen Mitbewohner im Aquarium

Die Versuchung, verschiedene Krebsarten gemeinsam im Becken zu halten, ist groß. Nicht verwunderlich, üben doch die Scherenträger einen ganz besonderen Reiz auf alle Aquarianer aus. Dennoch führt ein buntes Allerlei häufig zu Problemen. Neulingen auf dem Gebiet Krebshaltung ist zu empfehlen, sich zu Beginn auf eine Art zu konzentrieren. Erfahrene Krebshalter sollten sich sehr genau informieren und beraten lassen, welche Krebsarten gut miteinander können, bevor sie sich auf das Experiment einlassen.

Die Einrichtung des Beckens

Ideal für den Beckenboden ist ein kalkfreier Aquarienkies verschiedener Körnung. Die unterschiedliche Körnung sorgt für mehr Natürlichkeit im Becken, als dies bei gleichmäßigen Substart der Fall ist. Die Farbe des Kieses richtet sich nach dem individuellen Geschmack.

Die Beleuchtung

Krebstiere bevorzugen abgedunkelte Aquarien. Die anspruchslosen Tiere benötigen nicht unbedingt eine Beleuchtung. Diese ist eher für den Aquarianer gedacht, der die Tierchen beobachten möchte.

Viel wichtiger als eine Beleuchtung ist eine gute Abdeckung, denn die Krebse sind einfallsreiche Ausbruchskünstler. Kaum zu glauben, aber die nur bis zu vier Zentimeter großen Zwergkrebse entwickeln eine Kraft, dass es ihnen gelingt, sich durch kleinste Ritzen zu zwängen oder gelegentlich sogar die Abdeckung anzuheben.

Die Wasserhärte

Wie bei der Beleuchtung sind die Scherentiere auch bei der Wasserhärte nicht besonders wählerisch. Im Gemeinschaftsbecken kann deshalb bezüglich der Wasserhärte auf die Bedürfnisse der Mitbewohner Rücksicht genommen werden.

Die Temperatur

Unter den Krebstieren werden zwei Arten unterschieden: Jene, die niedrige Temperaturen bevorzugen und jene, die Wärme vertragen. Die Cambarusarten, zu denen unter anderem der farbenprächtige Flusskrebs Cambarus rusticiformis zählt, sind klassische Vertreter aus der Gruppe der niedrigeren Temperaturen. Für die Fortpflanzung bevorzugen sie eine Wassertemperatur unter 12 Grad Celsius. Heimische Arten stammen aus Fließgewässern und sind ebenfalls nicht so hohe Temperaturen gewöhnt.

Die Fütterung im Aquarium

Die Ernährungsweise ist ausgesprochen vielfältig. Sie sind Spezialisten in der effektiven Nutzung von Nahrungsressourcen. Die unterschiedlich geformten Scheren sind bei vielen Gelegenheiten optimales Werkzeug und eignen sich zum Abschaben von Algen sowie zum Sammeln von Blättern und Früchten. Mit den Scheren können sie präzise größere, kleinere und Kleinstteile greifen und zerlegen. In ihrem natürlichen Lebensraum sind Krebse nicht besonders wählerisch und kurz gesagt: richtige Allesfresser.

Im Aquarium lautet die Devise: sparsam füttern. Der Stoffwechsel ist mit dem anderer Haustiere nicht zu vergleichen, da es sich bei den Krebsen um keine Säugetiere handelt. Es muss auch bedacht werden, dass die Tiere in ihrem Aquarium viele Nahrungsquellen nutzen können. Eine tägliche Zufütterung ist nicht erforderlich. Neben dem Laub kann mit Fisch- und Frostfutter, sowie mit Gurken oder Paprika gefüttert werden. Für die gesunde Ernährung ist die richtige Balance aus tierischen und pflanzlichen Komponenten erforderlich.

Tipps vom Profi

Werden im Sommer die Wassertemperatur zu hoch, einfach die Beleuchtung für ein paar Tage stark reduzieren. Über einen kurzen Zeitraum nehmen die Pflanzen durch den Lichtmangel keinen Schaden.