Steckbrief +-
max. Größe: 3,0cm
3,0cm
Haltung: einfach
Zucht: einfach
Wassertemp.: 20-30 °C
Wasserwerte: PH: 6,5-8,5 pH
GH: <25 °dH
KH: <20 °dGH

Allgemeines

Wenn vom Einfahren die Rede ist, dann versteht man darunter, dass Bergleute in den Stollen fahren. Sie beginnen unter Tage mit der schweren körperlichen Arbeit. Rohstoffe, vor allem Salz und Kohle, werden abgebaut und aus den Tiefen des Berges heraufbefördert.

Die Arbeit ist nicht leicht, aber brachte Wohlstand und war notwendig. Heute ist der Beruf des Bergmanns seltener geworden. Die Kohle wurde vom Erdgas und Erdöl verdrängt. Salz wird, weil wesentlich günstiger, aus Solen gewonnen.

Aber was hat die Schwarze Turmdeckelschnecke mit Bergleuten zu tun? Ist es das tiefschwarze Gehäuse, das an die Kohlearbeiter erinnert? Vielleicht, aber der Hauptgrund ist, dass die Schnecke eine genauso wichtige Aufgabe erfüllt, wie die Bergleute früher.

Die Schnecke fährt im weitesten Sinne des Wortes auch ein, und zwar in den Sand oder Kies. Dort stöbert sie unermüdlich im Bodensubstrat, immer auf der Suche nach Futterresten und abgestorbenen Pflanzenteilen. Durch das Umgraben und aufgrund der Resteverwertung kommt es zu keiner Fäulnis. Das Aquarium bleibt sauber, die Schnecke kann als perfekte Reinigungskraft bezeichnet werden.

Kurzporträt

Die Schwarze Turmdeckelschnecke, Melanoides maculata, stammt ursprünglich aus Asien, ist aber auch in Afrika und Europa anzutreffen. Sie ist keine Schnecke, die zufällig durch Wasserpflanzen in das Aquarium eingeschleppt wird, sondern eine Schnecke, die gezielt in das Becken gesetzt wird.

Dabei ist nicht nur ihr großen Nutzen entscheidend, die Melanoides maculata wertet das Aquarium auch optisch auf, denn die Schnecke ist wirklich attraktiv.

Im Durchschnitt wird die Schwarze Turmdeckelschnecke drei Zentimeter groß. Es gibt aber auch Exemplare, die über eine Größe von vier bis sechs Zentimeter verfügen.

Das eher schlanke Gehäuse ist schwarz gefärbt und hat Rillen. Auch der Fuß der Melanoides maculata ist schwarz.

Die Schwarze Turmdeckelschnecke ist friedlich, pflegeleicht und robust. Sie ist in jedem Aquarium ein gern gesehener Gast, obwohl sie als nachtaktive Schnecke am Tag nur selten zu sehen ist.

Historisches

Früher wurden Schnecken im Aquarium als Plage bezeichnet. Für viele Aquarianer hatte es oberste Priorität, das Becken schneckenfrei zu halten. Zum Glück hat ein Umdenken stattgefunden. Heute werden Schnecken bewusst gepflegt. Erstens, weil ihr Nutzen überwiegt und zweitens sind die Unterwasserbewohner kleine Schönheiten.

Zu Beginn der Schneckenhaltung hatten selbst erfahrene Aquarianer einige Probleme in der Einteilung und Haltung der Weichtiere. Was nicht verwundert, über Fische ist viel mehr Fachlektüre zu finden.

So dachte man damals, dass die Schwarze Turmdeckelschnecke eine Kreuzung aus der Melanoides tuberculata und der Melanoides granifera wäre. Was natürlich nicht stimmt und gar nicht möglich ist.

Atmung

Die Schwarze Turmdeckelschnecke atmet über Kiemen und gehört somit, wie alle Turmdeckelschnecken, Thiaridae, zur Familie der Kiemenatmer.

Das optimale Aquarium

Es wird immer wieder publiziert, dass die Melanoides maculata, oft als Schwarze TDS bezeichnet, in kleinen Becken mit einem Fassungsvermögen von 10 bis 12 Litern gehalten werden kann. Erfahrungen zeigen jedoch, dass ein Aquarium mit einem Fassungsvermögen ab 30 Liter viel besser geeignet ist.

Als Bodensubstrat ist Sand oder feiner Kies zu empfehlen. Große Ansprüche an die Einrichtung stellt die Schnecke nicht.

Weißer Bodengrund

Auf Kies oder Sand kommt die kleine Schönheit am besten zur Geltung. Vor allem die Farbe Weiß bildet einen wunderbaren Kontrast zum schwarzen Gehäuse.

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Obwohl die Schnecke den Tag eingegraben verbringt, sollten Steine und Wurzeln im Aquarium vorhanden sein. Es ist immer wieder zu beobachten, dass die Schwarze Turmdeckelschnecke auch am Tag gerne auf einem Stein oder auf einer Wurzel sitzt.

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Steine als Plateau

Gibt es Zusatzfutter spielt es keine Rolle, ob es Tag oder Nacht ist. Dann wird die Schnecke aktiv und zeigt sich auch bei Tageslicht.

Wasserpflanzen brauchen sich vor der Schnecke nicht zu fürchten. Die Melanoides maculata lässt die Pflanzen in Ruhe, aber nur, wenn sie ausreichend Nahrung findet. Bei Futtermangel knabbert sie schon die Pflanzen an. Deshalb sollten schnellwachsende Wasserpflanzen, wie zum Beispiel die Wasserpest, gepflanzt werden.

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Schwarze Turmdeckelschnecke als Wassertest

Die Schwarze Turmdeckelschnecke ist besser als jeder Teststreifen. Sind bei heller Aquarienbeleuchtung Schnecken an der Scheibe zu beachten, ist das ein deutliches Zeichen für nicht optimale Wasserwerte. Die Schnecke ist ein richtiges Frühwarnsystem, die vor Problemen mit der Wasserchemie warnt.

Wasserwerte

Die nützliche Schnecke braucht eine Temperatur zwischen 20 und 30 Grad Celsius, einen pH-Wert von 6,5 bis 8,5, eine Gesamthärte bis 25°dgH sowie eine Karbonhärte bis 20°dKH und schon fühlt sich die fleißige Untertage-Arbeiterin im Aquarium richtig wohl.

Ideale Wassertemperatur

Die Schnecke toleriert Temperaturschwankungen. Die optimale Wassertemperatur beträgt jedoch 24 Grad Celsius.

Fortpflanzung

Die Schwarze Turmdeckelschnecke ist lebendgebärend und fähig zur Jungfernzeugung. Die Jungfernzeugung wird als Parthenogenese bezeichnet und ist eine spezielle Fortpflanzungsart.

Die Eizellen müssen hierbei nicht befruchtet werden. Eine einzelne Schnecke kann also im Aquarium für Nachwuchs sorgen.

Die Entwicklung der Jungschnecken beginnt in der Mutterschnecke. Die vollkommen fertig entwickelten Babyschnecken werden lebend geboren und müssen nur mehr wachsen. Die Schwangerschaft selbst ist nicht zu erkennen. Begibt sich die Schnecke an die Wasseroberfläche, weiß man, dass die Geburt bald bevorsteht.

Ernährung und Futter

Die Schwarze Turmdeckelschnecke ernährt sich von Algen sowie von Pflanzen- und Futterresten. Im Normalfall ist keine Zufütterung erforderlich. Etwas Abwechslung darf es aber schon sein. Die Schnecke liebt Wels- und Schneckenfutter, Laub, Brennnesseln und Hokkaidosticks.

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Vergesellschaftung

Für die Schwarze Turmdeckelschnecke spielt es keine Rolle, wer noch im Aquarium lebt. Sie ist friedlich und an ihren Mitbewohnern nicht besonders interessiert. Eine Vergesellschaftung mit Fischen, anderen Schnecken und Garnelen ist möglich.

Erkrankungen

Arttypische Erkrankungen werden nicht beobachtet. Bei optimalen Haltungsbedingungen erreicht die Schnecke ein Lebensalter von rund drei Jahren.

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Expertentipp

Einen hohen Nitritwert im Aquarium verträgt die Schwarze Turmdeckelschnecke nicht. Der Nitritwert kann durch einen eingefahrenen Filter verringert werden. Die Schnecken sollte deshalb nie in ein noch nicht perfekt eingefahrenes Aquarium eingesetzt werden. Häufige Wasserwechsel senken ebenfalls den Nitrit Wert.

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