Der stille Tod unter Wasser

Garnelen sind wunderbare Aquarienbewohner. Attraktiv und nützlich, deshalb pflegt der Aquarianer sie besonders liebevoll. Umso größer ist das Entsetzen, wenn tote Garnelen im Aquarium liegen.

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Garnelen im Gemeinschaftsaquarium

Dass einzelne Garnelen sterben, lässt sich nicht verhindern. Je nach Garnelenart werden die hübschen Unterwasserbewohner rund 1,5 bis 10 oder 12 Jahre alt. Irgendwann heißt es deshalb Abschied zu nehmen.

Sterben jedoch plötzlich mehrere Garnelen, muss der Aquarianer sofort reagieren, damit nicht alle Tiere sterben.

Garnelen sind robuste Tiere. Besondere artspezifische Erkrankungen sind daher nicht bekannt. Aber der Aquarianer darf niemals vergessen, dass das Becken ein sensibles System ist, das Pflege und Fachwissen benötigt. Nur dann fühlen sich die Garnelen wohl und bleiben gesund und munter.

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Gut eingefahrenes Nanocube mit Garnelen

Gründe für das Garnelensterben

  • schlechte Wasserwerte
  • zu wenig Hygiene im Aquarium
  • zu hohe Wassertemperatur
  • bakterielle Infektionen
  • Stress
  • Vergiftungen
  • Planarien
  • Dekorationsgegenstände
  • Vergesellschaftung

Schlechte Wasserwerte

Schlechte Wasserwerte sind die häufigste Ursache für das Garnelensterben. Werden tote Garnelen im Becken entdeckt, müssen sofort die Wasserwerte kontrolliert werden. Um die Werte zu verbessern, wird zuerst ein Teilwasserwechsel durchgeführt.

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Lassen sich Giftstoffe wie Kupfer feststellen, so kann das Garnelensterben durch die umgehende Gabe eine Giftentferners gestoppt werden.

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Giftentferner ToxEx

Da die Giftstoffe oftmals bereits mit dem Leitungswasser ins Aquarium kommen, sollte dieses unbedingt auch mit kontrolliert werden. Lassen sich hier bereits Giftstoffe feststellen, so sollte das Leitungswasser vor der Verwendung mit Hilfe eine Osmoseanlage oder eines Wasseraufbereiters aufbereitet werden.

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Wasseraufbereiter

Mangelnde Hygiene

Bei der Hygiene im Garnelenbecken ist Fingerspitzengefühl erforderlich. Das Garnelenbecken ist kein steriler Operationssaal, sondern das Zuhause der kleinen Krabbler. Übermäßige Hygiene ist daher in einem Garnelenaquarium völlig fehl am Platz, da zur Nahrung Aufwuchsorganismen auf Pflanzen, Steinen, Wurzeln sowie Algen und organische Reste gehören.

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Orangene Fire Garnele auf Futtersuche

Trotzdem müssen Pflegemaßnahmen stattfinden und regelmäßige Teilwasserwechsel sind im Garnelenbecken genauso wichtig, wie in einem Aquarium mit Fischen oder Schnecken.

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Teilwasserwechsel im Aquarium

Wassertemperatur ist zu hoch

Garnelen sind pflegeleicht und sehr tolerant in Bezug auf die Wassertemperatur. Es gibt Garnelenarten, die sogar ohne Heizung gehalten werden können. Die typische Vertreterin dieser Garnelen ist die Red Fire Garnele, die niedrige Temperaturen zwischen 16 und 18 Grad Celsius bevorzugt.

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Red Fire Garnelen im Aquarium

Es gibt jedoch Garnelenarten, die würden bei dieser Wassertemperatur sofort die Heizung aufdrehen, denn sie lieben die Wärme. Dazu gehören zum Beispiel die Kardinalsgarnele und die Sulawesi Inlandsgarnele. Diese Garnelen fühlen sich erst um die 30 Grad Celsius wirklich wohl.

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sulawesi Inlandsgarnele im Aquarium

Sterben plötzlich mehrere Garnelen, muss sofort die Heizung überprüft werden. Ein technischer Defekt kann für die hohe Wassertemperatur verantwortlich sein. Überhitztes Wasser wird von vielen Garnelen nicht vertragen.

Auswirkungen der Wassertemperatur

Die Wassertemperatur hat Einfluss auf die Funktionalität des Stoffwechsels. Zudem ist auch die Verfügbarkeit von Sauerstoff von ihr abhängig. Je wärmer das Wasser, desto weniger Sauerstoff ist gelöst beziehungsweise verfügbar.

Bakterielle Infektionen

Selten aber doch können die robusten, meistens gesunden Garnelen krank werden. Oft handelt es sich dabei um eine Infektion, Farbveränderungen deuten auf eine bakterielle Infektion hin.

Zum Glück sind nur einzelne Garnelen betroffen. Jetzt gilt es sofort zu reagiert, denn die Infektion breitet sich rasch aus und kann durchaus zu einem Massensterben im Aquarium führen.

Wenn möglich, sollten die betroffenen Garnelen außerhalb des Aquariums gepflegt werden. Wichtig ist, die Keimdichte im Becken zu reduzieren. Das gelingt durch einen Wasserwechsel, Zufuhr von Sauerstoff und einer gründlichen Reinigung des Bodensubstrates sowie des Filters.

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Reinigen des Bodengrunds mit einem Mulmsauger

Beim verabreichen von Medikamenten, müssen die Garnelen in ein Quarantänebecken umziehen, denn die Medikamente schädigen die Filterbakterien.

Stress

Stress schwächt das Immunsystem und bereitet die Grundlage für Erkrankungen. Als Stress gilt alles, was von den natürlichen Bedürfnissen und Verhaltensweisen der Garnelen abweicht. Die Vermeidung des Garnelensterbens beginnt daher schon während der Planung und Einrichtung des Aquariums.

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Eingerichtetes Garnelenaquarium

Aquaristikneulingen sind daher Garnelenarten zu empfehlen, deren Lebensbedürfnisse leicht und mit einigen Toleranzen zu erfüllen sind.

Aktivitätenschwankungen

Nicht jeder Fleck oder jede Trägheit sind gleich Anzeichen einer schweren Krankheit. Auch Garnelen haben einmal ein Formtief. Statt fleißig im Bodengrund nach Futter zu graben, halten sie dann lieber Siesta auf einem Stein. Vor allem vor der Häutung verharren die kleinen Unterwasserbewohner oft regungslos an einem ruhigen Ort.

Vergiftungen

Vergiftungen durch Schwermetalle sehen zunächst nach Sauerstoffmangel aus. Über Kupfer und Nitrit beziehungsweise Nitrat muss sich der Aquarianer bereits vor dem Einsetzen der Garnelen Gedanken machen, denn erhöhte Kupfer- sowie Nitratwerte führen zum Garnelensterben.

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Notwendige Wasseranalyse

Kupfer im Aquariumwasser hat zwei Ursachen: Erstens gibt es leider immer noch alte Kupferrohre, die Kupfer an das Leitungswasser abgeben. Zweitens kann das Kupfer durch Medikamenten, Dünger oder kupferhaltigen Wasseraufbereitern in das Becken gelangen.

Werden tote Garnelen im Aquarium entdeckt, gilt es sofort den Nitrit- und Nitratwert zu prüfen. Wird Ammonium abgebaut, entsteht Nitrit. In einem bereits eingefahrenen Becken hilft bei hohen Werten ein Nitratfilter.

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Nitrit- und Nitratentfernen

Planarien

Planarien sind Würmer, die hauptsächlich junge Garnelen und frisch gehäutete Tiere fressen. Die unangenehmen Mitbewohner sind sichtbar und können deshalb vom Aquarianer eingesammelt werden.

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Für die Bekämpfung der Planarien empfiehlt sich die Verwendung einer chemiefreien Planarienfalle. Es gibt zwar auch chemische Mittel, bei diesen ist jedoch Vorsicht geboten, denn Chemie und Aquarium vertragen sich in der Regel schlecht.

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Planarienfalle

Nicht nur die Würmer, ebenso auch andere Aquarienbewohner reagieren auf chemische Substanzen. Das Resultat ist, dass nicht nur die Würmer, sondern auch andere Unterwasserbewohner sterben.

Garnelensterben durch Steine und Wurzeln

Mopaniwurzeln und Steine sorgen immer wieder für heftige Diskussionen unter Aquarianern. Während einige Garnelenliebhaber überzeugt sind, dass Garnelen aufgrund der in den Wurzeln enthalten Schwermetalle sterben, verneinen andere Aquarianer dies vehement.

Bei den Steinen können metallische Einschlüsse zum Tod der Garnelen führen. Beginnt das Garnelensterben nachdem Wurzeln und Steine in das Becken gelegt werden, liegt der Verdacht schon sehr nahe, dass das der Grund für das Sterben der Garnelen ist.

Sind alle Mitbewohner freundlich?

Garnelen sind friedliche Aquarienbewohner, die mit Fischen und Schnecken vergesellschaftet werden können. Es ist aber ein Irrtum, dass alle anderen Tiere im Becken auch nett zu den Garnelen sind.

Ein Zusammenleben von Garnelen mit Schnecken liegt im Trend. Stellt sich nur die Frage, ob Schnecken gerne das Aquarium mit den Garnelen teilen.

Schnecken sind nicht nur hübsche, sondern auch nützliche Tiere im Aquarium. Beispielsweise die Posthornschnecken, die das Becken sauber halten oder die Geweihschnecken, die Futterreste und Algen vertilgen und somit die Bezeichnung Reinigungstrupp wirklich verdienen.

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Geweihschnecke im Aquarium

Garnelen haben zwar von den Schnecken nichts zu befürchten. Umgekehrt sieht es jedoch anders aus. So manche Garnele betrachtet kleine Schnecken als Snack.

Obwohl Garnelen aktiv sind und ihre lebhafte Art alle Aquarianer begeistert, sie haben es gerne gemütlich. Hektisch schwimmende Fische führen zwar nicht zu einem Garnelensterben, aber bedeuten viel Stress für die faszinierenden Wasserbewohner. Und Stress begünstigt das Auftreten von tödlichen Krankheiten.

Garnelensterben – die wichtigsten Maßnahmen im Überblick

  • Wasserwerte kontrollieren
  • Wasserwechsel durchführen
  • ggf. Einsatz von Wasseraufbereitern
  • technische Ausstattung überprüfen
  • überlebende Garnelen umsetzen
  • an Infektionen erkrankte Garnelen in ein Quarantänebecken übersiedeln
  • eventuell Medikamente verabreichen
  • bei Medikamenten, Dünger und Wasseraufbereitungsmitteln unbedingt auf die Dosierung sowie Verträglichkeit achten

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Wissenswertes

Es ist nicht relevant, ob nur ein paar oder viele Garnelen verstorben sind, wichtig ist, dass die toten Tiere sofort aus dem Aquarium entfernt werden. Die verstorbenen Garnelen belasten die Wasserqualität und es besteht die Gefahr, dass die noch gesunden Tiere angesteckt werden.

Ist die Qualität des Wassers im Aquarium sehr schlecht, sollten die noch lebenden Garnelen in ein anderes Becken umgesetzt werden. Aber nur dann, wenn der Aquarianer Erkrankungen, Parasiten und Infektionen wirklich ausschließen kann. Sonst besteht die Gefahr, dass sich die anderen Aquarienbewohner infizieren und ebenfalls sterben.

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