Allgemeines

Jeder kennt sie, aber sind Algen eigentlich Freunde oder Feinde? Viele Aquarianer mögen sie nicht und führen manchmal sogar mehr oder weniger erfolgreich Kleinkriege gegen die hartnäckigen Gesellen. Es gibt fleißige Algenvernichter, die den Kampf tatkräftig unterstützen und diese tragen so lustige Namen wie Scheibenputzer oder Rasenmäher.

Die populärsten Algenvernichter sind die Kahnschnecken, die eifrig den Aquarianer unterstützen. Gut, manche Helferlein sind etwas übereifrig und verschonen auch das eine oder andere Blatt nicht. Es lohnt sich also, die verschiedenen Kahnschnecken etwas genauer zu betrachten.

Die Kahnschnecken im Kurzporträt

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Rote Rennschnecken

Einige der Mitglieder der großen Familie der Kahnschnecken, Neritidae, leben immer öfter im heimischen Aquarium. Sie gehören zu den schönsten Schnecken der Welt und die Farben der Häuser präsentieren sich in Braun, Schwarz, Rotbraun, Olivgrün, aber auch in leuchtenden Farben wie Orange oder Goldgelb. Die Gehäuse sind oft attraktiv mit Tupfen, Streifen oder Spiralmuster sowie mit zarten Falten und Rillen entlang des Schalenrandes verziert.

Die Schnecken sind weltweit verbreitet. Es gibt 200 Arten, die sich auf 30 Gattungen verteilen. Einige Arten leben im Meer, die meisten tropischen Arten besiedeln die Inseln im Indopazifik.

Allgemeine Kennzeichen der Kahnschnecken sind die breite Schnauze und die zugespitzten Fühler.

Die bekanntesten Vertreter aus der Familie sind:

Historisches

Der Familienname der Kahnschnecken lautet Neritidae und der Gattungsname Nerita. Die beiden Bezeichnungen leiten sich vom mythologischen Namen des Meeresgottes Nerites ab. Interessant ist, dass die ältesten Nachweise der Schnecken bis in das Karbon zurückreichen.

Atmung

Alle Vertreter der Kahnschnecken sind Kiemenatmer. Im Aquarium muss deshalb das Wasser immer ohne Schadstoffe und sauerstoffreich sein. Kiemenatmer führen ihren Luftaustausch im Wasser durch, sie müssen zum Atmen nicht an die Oberfläche kommen.

Das optimale Aquarium

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Geweihschnecken auf Stein

Die Schnecken aus der Familie der Neritidae sind keine Einzelgänger. Sie sind recht gesellige Tierchen, die gerne in kleinen Gruppen leben. Die Größe der Gehäuse variiert und beträgt zwischen zwei und vier Zentimeter.

Je nach Art der Kahnschnecke können die Algenvernichter bereits in einem Aquarium ab 12 Liter Fassungsvolumen gehalten werden. Für größere Gruppen und in einer Wohngemeinschaft mit Fischen oder Garnelen muss das Aquarium natürlich größer sein.

Besonders gut kommen die Häuschenträger in einem Artbecken zur Geltung.

Steine, Wurzeln und Wasserpflanzen gehören zu einem perfekten Aquarium einfach dazu. Die Schnecken stellen keine besonderen Ansprüche auf das Interieur, aber auf Steinen nehmen sie gerne Platz.

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Geweihschnecken auf Algenjagd

Sie vernichten in Rekordtempo Algen und zu Boden sinkende Pflanzenteile, die Wasserpflanzen bleiben aber von den Schnecken meistens verschont. Außer sie leiden unter Hunger, dann kann es schon passieren, dass ein Blatt angeknabbert wird.

Kahnschnecken dürfen nicht in sehr saubere, frisch aufgesetzte Becken gegeben werden. Dort finden sie einfach nicht ausreichend Nahrung.

Einig sind sich alle Vertreter der Familie, dass die Welt erobert werden muss. Sie sind geschickte Ausbruchskünstler und deshalb ist eine Abdeckung oder eine Schneckenschranke erforderlich.

Wasserwerte

Die optimalen Bedingungen hängen von der Schneckenart ab. Generell kann aber gesagt werden, dass sich die Unterwasserbewohner bei einer Temperatur von 22 bis 30 Grad Celsius und einem pH-Wert von 6,5 bis 8,5 wohlfühlen. Ideal ist eine Gesamthärte je nach Art von 2 bis 22°dgH und eine Karbonhärte über 3°dKH.

Das Aquariumwasser

Die Wasserqualität sollte immer gut sein, Schnecken reagieren empfindlich auf Nitrite.

Fortpflanzung

Kahnschnecken sind zwittrig. Die Unterschiede sind jedoch äußerlich gar nicht so leicht zu erkennen. Das Begattungsorgan der männlichen Schnecke befindet sich neben dem rechten Fühler.

Nach der Paarung legen die Weibchen Kokons an Steinen, Wurzeln oder anderen Hartgründen im Aquarium ab. In den Kokons befinden sich winzig kleine Eier. Damit aus den Larven Jungschnecken werden, muss die Entwicklung im Brackwasser stattfinden.

Das bedeutet, eine Vermehrung ist im Aquarium nicht möglich. Das ist zwar schade, hat aber den großen Vorteil, dass es zu keiner Überpopulation an Schnecken kommen kann.

Ernährung und Futter

Die kleinen Häuschenträger sind damit beschäftigt, das Aquarium sauber zu halten. Unermüdlich weiden sie Algen und Aufwuchs von den Aquarienscheiben, den Steinen und den harten Pflanzenteilen ab.

Deshalb haben sie eine kräftige Raspelzunge. Fast nicht zu glauben, aber sie schaffen es sogar, die Kieselalgen zu knacken und zu verspeisen.

Falls die Schnecken nicht ausreichend Nahrung vorfinden, muss zugefüttert werden. Sie freuen sich über Herbstlaub, Schneckenfutter und ab und zu dürfen es auch ein paar Stückchen vom Hokkaido-Kürbis oder Kürbis-Sticks sein.

Vergesellschaftung

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Verschiedenste Geweihschnecken

Kahnschnecken sind friedliebende, gesellige Tiere, die mit anderen Schnecken, Süßwassergarnelen und Fischen gut zurechtkommen. Natürlich dürfen im Gesellschaftsbecken nur Fische wohnen, die die Schnecken nicht als Delikatesse betrachten.

Erkrankungen

Artspezifische Erkrankungen sind nicht bekannt. Wie bei allen anderen Schnecken gilt auch bei den Kahnschnecken: Zu saures Wasser schädigt das Schneckenhaus. Kleine Löcher im Haus sind kein Problem, große Löcher können zum Tod der Schnecke führen. Die Kahnschnecken können bei optimalen Haltungsbedingungen 2 bis 10, manchmal sogar 15 Jahre alt werden.

Kahnschnecken online kaufen

Die hübschen Aquarienbewohner können problemlos online gekauft werden. Die tier- und artgerechte Verpackung und der schnelle Versand sorgen dafür, dass die neuen Mitbewohner stressfrei ihr Zuhause erreichen und nach der Akklimationszeit ihr Revier erobern.

Zu empfehlen ist, einen Schneckenbalkon mitzubestellen.

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Expertentipp:

Eine unterernährte Kahnschnecke braucht Zeit. Es ist ein großer Fehler, die Schnecke immer wieder auf das Futter zu setzten. Das bedeutet Stress für das Tier. Sie zieht sich komplett zurück und im schlimmsten Fall verhungert sie.

Die Schnecke braucht Zeit und beginnt, vorausgesetzt sie ist nicht zu alt oder krank, wieder von alleine zu fressen.

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