Im Folgenden werden die Bodenheizung und der Bodenfluter dargestellt. Vom Prinzip her sind beide Gerรคte nur elektrische Heizkabel, die unter dem Bodengrund eingebaut werden. Der Unterschied liegt jedoch im Detail.
Unterschiede Bodenheizung und Bodenfluter
Die Bodenheizung besteht aus einem Heizkabel, dessen Leistung รผberdimensioniert ist. Dabei sollen die Temperaturschwankungen in der Wohnung komplett abgedeckt werden. Diese Gerรคte mรผssen geregelt werden, um eine รberhitzung des Aquariums zu vermeiden. Der Bodenfluter besteht demgegenรผber aus einem Heizkabel, dessen Leistung unterdimensioniert ist. Sie soll mรถglichst ungeregelt arbeiten. Das ganze Jahr hindurch wird eine konstante Heizleistung in den Bodengrund eingebracht. Beide Systeme arbeiten hรถchst effizient, was man von Fuรbodenheizungen im Wohnbereich bereits kennt. Der Unterschied liegt also einzig darin, dass die Bodenheizung geregelt wird und der Bodenfluter normalerweise nicht. Warum besteht dennoch ein Unterschied?
Bei der Bodenheizung wird im Vergleich deutlich mehr Heizenergie in den Bodengrund eingebracht, die eine relativ hohe Temperaturdifferenz zwischen Bodengrund und Wasser bewirkt. Der Bodengrund wird stark aufgeheizt, bevor die richtige Wassertemperatur erreicht ist. Wird die Bodenheizung dann abgeschaltet, befindet sich im Bodengrund sehr viel gespeicherte Heizenergie, die langsam an das Wasser abgegeben wird. Erst wenn diese Energie weitestgehend aufgebraucht ist, schaltet die Heizung wieder ein und der Bodengrund wird erneut stark aufgeheizt. Es entstehen also recht groรe Temperaturschwankungen darin, die weder von den Mikroorganismen, noch von den Pflanzen gut vertragen werden. Es entsteht zudem eine verhรคltnismรครig starke Thermik wรคhrend der รผberhitzten Phase (Wasserbewegung durch Temperaturdifferenz). Wรคhrend der Abkรผhlungsphase nimmt die Thermik ab und kann fast vรถllig zum Erliegen kommen. So entstehen neben den groรen Temperaturschwankungen auch noch groรe Schwankungen bei dem Wasserdurchsatz im Bodengrund.
So wird im einen Fall sehr viel belastetes Wasser in den Bodengrund eingebracht, das wรคhrend der kalten Phase kaum abgebaut werden kann. Da zudem viele Mikroorganismen mit diesen starken Schwankungen in den Lebensbedingungen nicht zurecht kommen und entsprechend ein normaler Abbau kaum stattfinden kann, verdichtet sich der Bodengrund recht schnell und es kann nach mehr oder weniger langer Zeit zum plรถtzlichen Kippen kommen. So sind die Bodenheizungen sehr hรคufig fรผr die Aquarien zu Zeitbomben geworden.
Demgegenรผber finden bei dem Bodenfluter so gut wie keine Schwankungen der Temperatur statt. All die Vorteile, die sich daraus ergeben, kรถnnen ohne Probleme umgesetzt werden. Es findet eine sehr konstante aber schwache Durchflutung des Bodengrundes mit Aquariumwasser statt. Dabei laufen folgende Prozesse ab:
- Das belastete Wasser wird im Bodengrund biologisch gefiltert.
- Die gelรถsten Nรคhrstoffe stehen den Pflanzen besser zur Verfรผgung.
- Die Bakterien werden optimal mit sauerstoffreichem Wasser versorgt und
- Der Bodengrund kann deshalb nicht mehr kippen.
- Die leicht erhรถhte Bodengrundtemperatur verbessert das Pflanzenwachstum
Wenn also die Entscheidung fรผr eines dieser beiden Systeme ansteht, kann nur zu dem Bodenfluterprinzip geraten werden. Trotz รคhnlicher Ausfรผhrung sind die Wirkmechanismen vรถllig anders.