Die Luftpumpe, auch als Membranpumpe bezeichnet, ist immer wieder ein Thema, über das in der Aquaristik kontrovers diskutiert wird.

Vor allem Neueinsteiger in die Aquaristik denken, dass sie keine Luftpumpe brauchen, weil doch die Filterung ununterbrochen für Bewegung des Wassers sorgt.

Dennoch ist eine Membranpumpe zu empfehlen, denn die Vorteile sind beachtlich. Steigt die Wassertemperatur, sinkt der Sauerstoffgehalt. Es ist kein schöner Anblick, wenn dann die Fische an der Wasseroberfläche nach Luft schnappen.

Die Luftpumpe gibt auch ein Gefühl der Sicherheit. Sollte der Filter ausfallen, wird das Becken belüftet, bis ein neuer Filter vorhanden und installiert ist. Nicht zu vergessen, in einem dicht bepflanzten Becken ist die Luftpumpe gut zu gebrauchen, denn die vielen Pflanzen verbrauchen auch während der Nachtstunden Sauerstoff.

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Luftpumpe mit großem Ausströmer

Einen wertvollen Dienst erweisen Luftpumpen auch in Quarantäne- oder Krankenbecken und um die Salzwasserkrebschenbrut mit Sauerstoff zu versorgen. Bei all diesen positiven Funktionen darf die Membranpumpe doch auch einen kleinen Minuspunkt aufweisen, oder?

Moderne Luftpumpen sind effizient und leise, aber trotzdem erzeugen sie Geräusche, die so manchen Aquarianer stören oder sogar den Schlaf rauben. Das muss nicht sein, denn Abhilfe naht in Form einer Schallschutzbox.

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Verschiedene moderne Luftpumpen

Selbst ist der Aquarianer – die Do it yourself-Schallschutzbox

Man muss keine Häuser bauen oder Möbeln schreinern können, mit etwas Zeit und Geschick gelingt der Bau einer Schallschutzbox selbst unerfahrenen Handwerkern. Vielleicht ist das erforderliche Material sogar im Keller vorhanden, wenn nicht, kann es im Internet bestellt werden.

Richtiges Werkzeug

Muskelkraft ist immer gut, aber eine elektrische Stichsäge und ein Akkuschrauber erleichtern die Arbeit ungemein.

Gute Planung verspricht Erfolg

Bevor das DIY-Projekt Schallschutzbox starten kann, müssen folgende Utensilien vorhanden sein, doch keine Sorge wir gehen später noch auf die Details zu den Materialien ein:

  • Holz
  • Schaumstoff
  • Schrauben
  • Scharniere
  • Silikon
  • Schere
  • Bleistift
  • Lineal
  • Stichsäge
  • Akkuschrauber
  • Forstnerbohrer für Holz
  • Abdichtgummi
  • Aquarienschlauch

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Tipps und Tricks vom erfahrenem Aquarianer

Die einzelnen Holzbretter für die Schallschutzbox können zwar leicht selbst zugeschnitten werden. Wer sich diesen Arbeitsschritt jedoch ersparen möchte, lässt sich die Bretter einfach im nächstgelegenen Baumarkt auf die gewünschte Größe zuschneiden.

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Beim Kauf des Schaumstoffes sollte nicht gespart werden. Ideal ist ein offenporiger Akustikschaumstoff. Bei einigen Aquarianern wurden schon recht kreative Alternativen für die Boxverkleidung gesehen, man könnte fast schon von skurrilen DIY (Do it yourself) Projekten sprechen.

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Da wurde einfach eine Schaumstoffmatratze vom Kinderbett zerschnitten und einige recht fantasievolle Aquarianer haben die Schallschutzbox sogar mit Putzschwämmen verkleidet. Zugegeben, diese Materialien erfüllen ihren Zweck, aber nicht hundertprozentig. Schließlich soll die Luftpumpe nicht nur leiser werden, sondern gar nicht mehr zu hören sein. Und hat schon einmal wer ein mit Putzschwämmen abgedichtetes Tonstudio gesehen?

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Holzbretter zuschneiden
  2. in ein Holzbrett werden mit der Stichsäge Einkerbungen geschnitten sowie ein Loch mit dem Forstnerbohrer gebohrt
  3. die vier Seitenwände werden mit Silikon verklebt
  4. die verklebten Seitenwände werden auf die Bodenplatte geklebt
  5. die innenliegenden Kanten werden mit Silikon abgedichtet
  6. auf die oberen Kanten wird der Abdichtgummi geklebt
  7. 12 Stunden trocknen lassen
  8. die Seitenwände mit Schrauben stabilisieren
  9. in den Deckel der Schallschutzbox werden auf jeder Seite drei Löcher gebohrt
  10. Akustikmatten auf Bodengröße zuschneiden und den Boden auslegen
  11. Aquarienschlauch auf die Akustikmatte legen
  12. jetzt auch die Seitenwände mit dem Schaumstoff verkleiden
  13. die Scharniere auf dem Deckel montieren
  14. Membranpumpe in die Box legen und den Luftschlauch sowie das Kabel in die vorgesehenen Öffnungen klemmen
  15. mit Akustikschaumstoff bedecken und den Deckel auf die Seitenwände legen und verschrauben

Wissenswertes über den Bau einer Schallschutzbox

Es gibt verschiedene Holzarten. Für den Bau der Schallschutzbox eignet sich Fichtenholz sehr gut. Es ist ein gutes Konstruktionsholz, preisgünstig, elastisch und hat trotz der guten Tragfähigkeit ein geringes Gewicht.

Ideale Maße für die Seitenwände sind 30 mal 30 Zentimeter. Die Holzzuschnitte sollten hierbei eine Stärke von 1,8 bis 2 Zentimeter haben.

Wichtig ist, dass die Bodenplatte sowie der Boxdeckel etwas größer sind. Bei einer Stärke von beispielsweise 1,8 Zentimeter sollten die Bodenplatte und der Deckel eine Größe von 33,6 Zentimeter haben. Der Grund dafür ist, dass sich dann die Seitenwände gut auf die Bodenplatte schrauben lassen. Das gilt natürlich auch für den Deckel der Schallschutzbox.

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Die Schaumstoffteile können, wie bei der Schritt-für-Schritt-Anleitung beschrieben, auf die Seitenwände geklebt werden. Ganz nach dem Motto: sicher ist sicher. Die Praxis zeigt jedoch, dass es vollkommen ausreichend ist, wenn der Schaumstoff nicht verklebt, sondern nur eingeklemmt wird.

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Die Öffnung für den Schlauch sowie die Einkerbung für das Kabel werden mit dem Dichtungsgummi abgedichtet. Die Box soll ja so gut als nur möglich luftdicht verschlossen sein.

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Die Luftpumpe kann auf den Boden der Box gestellt. Eine noch bessere Lärmreduzierung lässt sich durch das Aufhängen der Pumpe in der Box erreichen. Hierzu verwendet man am besten eine Holzlatte oder ein Aluminiumrohr. Die Enden dieser Aufhängevorrichtung müssen allerdings umwickelt werden. Dazu verwendet man am besten Abdichtgummi. Es könnte sonst leicht passieren, dass die Enden mit dem Holz in Berührung kommen und dadurch Vibrationsgeräusche entstehen. Neue Geräusche wären kontraproduktiv und würden den positiven Effekt der Schallschutzbox zunichtemachen.

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Eine zusätzliche Befestigung in der Box ist jedoch nicht erforderlich. Aufgrund des geringen Gewichtes kann die Aufhängevorrichtung einfach auf die Akustikmatte gelegt werden.

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Expertentipp

Wenn statt dem Silikon ein anderer Klebstoff verwendet wird, muss immer darauf geachtet werden, dass der Kleber vollkommen lösungsmittelfrei ist, damit keine Rückstände in das Aquarium gelangen können.

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